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Unsere Analyse der Situation

Eine moderne, zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft ist der Nachhaltigkeit verpflichtet. Die uns zu Verfügung stehenden Ressourcen müssen behutsam genutzt werden. Die Ausrichtung der EU-Agrarpolitik für den Zeitraum 2014-2020 ist beschlossen. Die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wird nach dieser Reform ökologischer, transparenter gestaltet. Dadurch wird die Stellung der Landwirtschaft in unserer Gesellschaft gestärkt. Der Ernährungssicherheit, dem Klimawandel sowie der ländlichen Entwicklung wird Rechnung getragen. Die DP tritt dafür ein, dass bei künftigen Agrarreformen die Direktzahlungen stärker an die Arbeitskräfte und weniger an die Flächen gebunden werden.

Jetzt gilt es, das für die Luxemburger Landwirtschaft wohl wichtigste Gesetz, das Agrargesetz (PDR), mit seinen Rahmenbedingungen für die kommenden sieben Jahre auszuarbeiten. Die DP weist auf den hohen Stellenwert der Landwirtschaft in der Gesellschaft hin, unterstreicht die Wichtigkeit der regionalen Nahrungsmittelproduktion, die Erhaltung einer hochwertigen Lebensqualität und unterstützt insbesondere den Erhalt von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum.

Was wird die DP in den kommenden Jahren tun?

Auf Qualitätsprodukte setzen

Die DP wird eine qualitativ hochwertige Nahrungsmittelproduktion durch eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung der gesamten Agrarwirtschaft garantieren. Innovative, marktorientierte Konzepte entlang der Wertschöpfungskette der luxemburgischen Landwirtschaft werden neben den (Jung)landwirten und -winzern und der Obst- und Gemüsebauern besonders vorteilhaft gefördert. Auch wird die DP dafür sorgen, dass Lebensmittel aus regionaler, luxemburgischer Herkunft in den hiesigen Schulkantinen, „maisons relais“, Altersheimen und Spitälern auf dem Speiseplan stehen.

Verbraucherfreundliche Kennzeichnung garantieren

Die DP wird verbraucherfreundlichere, klar verständliche und überprüfbare Kennzeichnung von Qualitätsprodukten garantieren. Dem Label-Dschungel und der Verunsicherung des Konsumenten muss ein Ende gesetzt werden. Etikettenschwindel und Lebensmittelskandale, hervorgerufen durch kriminelle Machenschaften, sind inakzeptabel und müssen daher konsequent sanktioniert werden.

Junglandwirte fördern

Die DP wird die bestehende Gesetzgebung im Hinblick auf die Förderung von jungen Landwirten voll ausschöpfen, um junge Menschen verstärkt zu motivieren, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu neu übernehmen bzw. weiterzuführen.

Des Weiteren wird sich die DP für eine steuerliche Vergünstigung beim Verkauf von Grundstücken an Junglandwirte einsetzen.

Pachtrecht anpassen

Das Pachtrecht ist den heutigen Gegebenheiten im Sinne des aktiven Landwirts anzupassen.

Bodenschutzgesetz ausarbeiten

Die DP wird landwirtschaftliche Nutzflächen als unvermehrbare Produktionsgrundlagen zur Ernährungssicherheit schützen und plädiert für die Ausweisung einer sogenannten „zone de protection et de production agricole“ bei den Sektorialplänen. Wertvolles Ackerland darf nicht zum Spekulationsobjekt werden, der übermäßige Landverbrauch muss eingedämmt werden.

Landwirtschaftliche Arbeitsplätze erhalten

Die DP ist der Überzeugung, dass die bäuerlichen Familienbetriebe im Sinne einer sozial- und umweltverträglichen Landwirtschaft auch in Zukunft unentbehrlich sind und wird Sorge tragen, dass landwirtschaftliche Arbeitsplätze erhalten bleiben. Obwohl der Anteil der Landwirtschaft an der Gesamtbeschäftigung in Luxemburg mit 1,2% europaweit am niedrigsten ist, so stellt die bäuerliche Landwirtschaft bis heute die wichtigste Erwerbsquelle und den größten Wirtschaftszweig der Welt dar. 

Die Wettbewerbsfähigkeit stärken

Die DP wird in die landwirtschaftlichen Unternehmer sowie in die Wein- und Gartenbaubetriebe investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Betriebe fit zu machen für die neuen Herausforderungen der Ausrichtung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik für die kommenden Jahre. Der erforderliche Finanzierungsbedarf sowie die höhere Anforderung an das Liquiditäts- und Risikomanagement sollen staatlicherseits abgefedert und gezielt mit attraktiven Förderangeboten unterstützt werden.

Strategie Landwirtschaft 2020

Die DP wird eine Taskforce für die Landwirtschaft schaffen, eine Plattform „cellule de réflexion et de création“. Zusammen mit allen Akteuren aus der Landwirtschaft (Landwirtschaftskammer, Berufsorganisationen, Genossenschaften, Ackerbauschule, usw.) soll hier über mögliches Innovations- und Verbesserungspotential diskutiert werden. Dieser Prozess soll durch eine wissenschaftliche Begleitung von Universitäten und Forschungsinstituten begleitet werden. Alljährlich wird eine Agrarkonferenz einberufen, in der verschiedene Themenbereiche, wie Marketing, Marktanalysen, rentable und umweltschonende Produktion sowie innovative Produktionsmethoden diskutiert werden können. 

Ausbildung anbieten

Oberstes Gebot einer rentablen und verantwortungsvollen Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Betriebe ist für die DP die Fachkompetenz der Betriebsleiter. Durch individuelle Beratung und durch eine zeitgemäße Ausbildung in der Ackerbauschule, einem Ausbildungs- und Kompetenzzentrum, wird angehenden Landwirten das nötige Wissen vermittelt. Neben einer soliden Grundausbildung ist eine gute Aus- und Weiterbildung der Landwirte unerlässlich. 

Biolandwirtschaft hervorheben

Die DP sieht in der Biolandwirtschaft ein Leitbild der modernen, zukunftsorientierten Agrarkultur. Verstärkt wird die DP die Biolandwirtschaft unterstützen, aber auch die Produktionsmethoden der traditionellen Landwirtschaft weiter verbessern und modernisieren helfen, dies im Sinne einer artgerechten Haltung der Nutztiere sowie einer Reduzierung des Kunstdünger- und Pestizideinsatzes, besonders im Zusammenhang mit der Diskussion um das Bienensterben. Neben dem Bio-Aktionsplan wird die DP in Zusammenarbeit mit den Akteuren aus der Landwirtschaft entsprechende Aktionspläne zum angemessenen Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln auf den Feldern und zum  Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung ausarbeiten.

Die vielseitige Bodennutzung mit weiten Fruchtfolgen bewirkt positive Effekte auf Klima, Ressourcen und Artenvielfalt. Eine vielfältige und reich strukturierte Kulturlandschaft sowie extensivere Anbaumethoden erhöhen die Biodiversität.

Forschung unterstützen

Um eine gesunde Lebensmittelproduktion zu fördern, wird die DP besonders die Züchtung krankheitsresistenteren Getreide-Pflanzensorten unterstützen und den Anbau von Körnerleguminosen fördern. Dabei handelt es sich um Pflanzen, die den Stickstoff aus der Luft, über die Knöllchenbakterien verwerten können und als regionales Futtermittel für Tiere dienen kann. Dadurch kann der Eiweißbedarf größtenteils in der EU gedeckt werden, die negativen Effekte der Importe (z.B. Soja) aus Übersee verringert sowie die Zerstörung von Regenwald vermieden werden. 

Kritisch gegenüber "grüner" Gentechnik

Die DP steht der grünen Gentechnik nach wie vor sehr kritisch gegenüber und plädiert für das Vorsorgeprinzip im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Die DP steht für gentechnikfreie Saatgut- und Sortenvielfalt und für die Rechte der Bauern im Umgang mit Saatgut aus eigener Ernte. Bauern und Verbraucher müssen frei entscheiden können, was auf ihren Acker, in ihren Trog und auf ihre Teller kommt.

Kooperativer Wasserschutz befürworten

Wasser ist ein unverzichtbares Grundversorgungsgut für Mensch, Tiere und Pflanzen und muss daher geschützt werden. Die DP ist der Überzeugung, dass präventiver Wasser- und Quellenschutz in der Kooperation mit der Landwirtschaft möglich ist. Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, in Verbindung mit der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik, kann durchaus Maßstäbe für einen nachhaltigeren Gewässerschutz setzen und die diverse Einleitungen ins Grundwasser, insbesondere Stickstoffe vermeiden helfen.

Priorität für die Nahrungsmittelproduktion

Die DP ist der Ansicht, dass der Schwerpunkt der Landwirtschaft auch in Zukunft bei der Produktion von Nahrungsmitteln liegen muss. Biogasanlagen, die fast ausschließlich auf Maisbasis arbeiten, sind keineswegs von nachhaltigem Charakter. (Monokulturen, Landpreis, usw.) Deshalb tritt die DP für einen Güllebonus für regionale Biogasanlagen, die prioritär mit Gülle und Mist gespeist werden, ein. Dies trägt sowohl zur Diversifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe als auch zur Energieautonomie bei. Parallel dazu kann der Obst- und Gemüseanbau mit der Abgabe von Überschusswärme gefördert werden. 

Entbürokratisierung vorantreiben

Eine Vereinfachung der Anträge, sowie des Verwaltungsaufwandes der Landwirte muss umgesetzt werden. Bürokratische und finanzielle Belastungen durch staatliche Kontrollen der landwirtschaftlichen Betriebe müssen reduziert werden.  

Die DP wird regionale „guichets uniques“ errichten, eine Anlaufstelle, die die Landwirte bei Antragstellungen und Genehmigungsprozeduren wie beispielsweise bei Baugenehmigungen in der Grünzone, tatkräftig unterstützt und beratend zur Seite steht.

Weinbau fördern

Die DP wird die Qualitätsabsicherung des Weinbaus über Forschung aufgrund des Klimawandels, umweltschonender Produktionsmethoden bis hin zur professionellen Vermarktung unterstützen.  

Der Weinbau steht vor großen Herausforderungen. Neben den Auswirkungen des Klimawandels hat die Branche seit Jahren nicht nur mit einem rückläufigen Konsum zu kämpfen, sondern muss auch versuchen, dem gesteigerten Qualitätsbewusstsein der Verbraucher Rechnung zu tragen. Die DP will mit ihrer Politik dazu beitragen, die Zukunft des Luxemburger Weinbaus abzusichern.

In den letzten Jahren wurden im Weinbau große Anstrengungen im Hinblick auf die Qualitätsverbesserung vorgenommen. Die DP wird derartige Bemühungen weiter unterstützen und begleiten. Zudem ist die DP der Ansicht, dass die eingeleitete Ausbreitung der Produktpalette weitergeführt werden muss. Hierzu gehört neben verschiedenen ergänzenden Nischenprodukten auch der ökologische Weinbau, dem die DP positiv gegenüber steht.

Die Zukunft des Weinbaus wird mit der DP gesichert, indem Versuche mit anderen Reben- und Erziehungsarten weiter geführt werden, um der Klimaveränderung Rechnung zu tragen. Damit die Winzerjugend auch künftig in den Weinbau investiert, wird die DP sich dafür einsetzen, dass der gesetzliche Rahmen zur Förderung von jungen Winzern zur Gänze ausgeschöpft wird.

Um die Vermarktung des luxemburgischen Weins zu verbessern, wird die DP ein Marketingkonzept ausarbeiten, das die gesamte Weinbauregion umfasst und die Bereiche Wein, Gastronomie und Kultur miteinander verbindet.