09. Juni 2009
Journal - DP steht nicht für Sondierungsgespräche mit der CSV zur Verfügung

 

Nei Weeër“ aus der Opposition heraus verteidigen

Nach der Entscheidung die Analyse. Exekutivbüro und „Comité Directeur“ der DP kamen gestern zusammen um gemeinsam die Wahlresultate der Liberalen vom Sonntag unter die Lupe zu nehmen.

Die DP war bekanntlich insgesamt im Vergleich von 16,05% auf 14,98% nationaler Stimmanteil bei den Parlamentswahlen zurück gefallen und hatte im Zentrum einen Sitz verloren. Bis spät am Sonntagabend hatte die DP um den zweiten Sitz im Norden zittern müssen. Am Ende konnte sie 9 Sitze halten und erzielte mit der von Charles Goerens angeführten Europaliste ein exzellentes Ergebnis (s. nebenseitig).

Wahlprogramme liegen weit auseinander

Gestern Abend fiel im obersten Gremium der Demokratischen Partei die Enscheidung, die Oppositionsarbeit im Parlament weiter zu führen. „Die CSV hat gewonnen, wir haben verloren“, stellte Parteipräsident Claude Meisch nach der Sitzung gegenüber dem „Journal“ fest, außerdem würden die Wahlprogramme von DP und CSV auf wesentlichen Punkten weit auseinander liegen, insbesondere was Strukturreformen und die Steuerfrage anbelangt und es zeichne sich ohnehin ab, dass CSV und LSAP Koalitionsgespräche aufnehmen würden.

„Wir werden unsere neuen Wege aus der Opposition heraus verteidigen und unserem Wählerauftrag gerecht werden“, sagte Claude Meisch, der gestern eine doch positivere Analyse des Wahlresultats zog als am Sonntagabend, als zu einem Zeitpunkt zwei Sitze der DP auf der Kippe standen.

„Es war ein schwieriges Umfeld für die Kampagne. Die Wirtschaftskrise hat es den Oppositionsparteien nicht leicht gemacht, sich zu positionieren“, wiederholte der DPPräsident die wesentlichen Punkte seiner Aussagen vom Vortag.

Auch habe die DP national auf eine ganze Reihe von wichtigen Kandidaten verzichten müssen, Charles Goerens beispielsweise und Emile Calmes im Norden, den Ehrenbürgermeister von Bartringen, Niki Bettendorf und den ehemaligen DP-Fraktions- und Generalsekretär sowieWirtschaftsminister Henri Grethen im Süden.

Wähler unterstützen Generationenwechsel

Zudem befinde sich die DP in einem Generationenwechsel. Ein 2004 begonnener Prozess, dessen Fortsetzung der Wähler deutlich unterstütze, so Meisch mit Hinblick auf das „Plebiszit“ zahlreicher junger Kandidaten. Der DP-Parteipräsident, und Differdinger „député- maire“, der diesmal 22.338 Stimmen im Süden erzielte, gegenüber 12.011 noch 2004, hob vor allem das gute Abschneiden seines Abgeordnetenkollegen und Hauptstadtschöffen Xavier Bettel hervor, der sich im Wahlbezirk Zentrum von 12.069 Stimmen 2004 auf 19.669 Stimmen 2009 verbessern konnte und vor langjährigen Politikern wie Anne Brasseur, Lydie Polfer und Paul Helminger.

Der Wähler habe Xavier Bettel deutlich mehr Verantwortung zugetragen, so Meisch, der ihn nun stärker einbinden will. Weiter junge Kandidaten hätten sich im ganzen Land gut positioniert, befand der DP-Parteipräsident, der die Wahlkampagne in den kommenden Wochen einer eingehenden Analyse unterziehen will. Gemeinsam mit Generalsekretär Georges Gudenburg, der einen „exzellten Job“ in seiner Funktion gemacht habe, so Meisch.

In die Abgeordnetenkammer ziehen neben Meisch indes Eugène Berger (Süden), die vorgenannten Zentrumskandidaten - leider ist die langjährige DP-Politikerin Colette Flesch nicht mehr dabei - der ehemalige Wormeldinger Bürgermeister und Gesundheitsminister Carlo Wagner (Osten) und im Norden der Feulener „député-maire“ Fernand Etgen (er konnte sein Resultat von 6.065 auf 10.423 Stimmen steigern), und der Erpeldinger Schöffe André Bauler (von 4.913 auf 7.169 Stimmen), das neue Gesicht der DP in der „Chamber“.

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