Einstimmig wurde Xavier Bettel gestern in der ersten Fraktionssitzung der DP nach den Parlamentswahlen von seinen 8 Kollegen - Claude Meisch, Anne Brasseur, Lydie Polfer, Paul Helminger, André Bauler, Fernand Etgen, Eugène Berger und Carlo Wagner - zum Fraktionschef bestimmt. Bereits vergangene Woche war Bettel als Nachfolger von Charles Goerens - der bekanntlich mit dem besten persönlichen Resultat im Rücken ins Europaparlament einzieht - ins Gespräch gekommen. DP-Präsident Claude Meisch hatte angesichts des Wahlresultats Bettels gesagt, er würde sich wünschen, dass sein langjähriger Mitstreiter innerhalb der Demokratischen Partei mehr Verantwortung übernehmen würde.

Der neue Fraktionschef der DP
Erstgewählter im Zentrum
Der 36jährige Anwalt, Hauptstadtschöffe und Abgeordnete war aus den Wahlen vom 7. Juni als Erstgewählter auf der DPZentrumsliste hervorgegangen, mit insgesamt 19.671 Stimmen - 2004 war er mit 12.069 Stimmen Viertgewählter auf der liberalen Liste im Zentrumsbezirk. Bettel, der eigenen Aussagen zufolge mit diesem Resultat nicht gerechnet hatte, erzielte etwa 3.000 Stimmen mehr als die Nächstgewählte Anne Brasseur.
Einen Gegenkandidaten für den Posten des Fraktionschefs gab es nicht. Sekundiert wird Bettel von zwei Vizepräsidenten, dem zweiten DP-Südabgeordneten Eugène Berger, sowie dem Erstgewählten der DP im Nordbezirk, Fernand Etgen und dem Fraktionssekretär Dan Theisen, der gestern von den DP-Abgeordneten in dieser Funktion bestätigt wurde.
Als „immensen Challenge“ bezeichnete Bettel vor der Presse seinen neuen Verantwortungsposten und bedankte sich, dass seine Kollegen ihm als jüngsten DP-Abgeordneten ihr volles Vertrauen ausgesprochen haben.

Erste Fraktionssitzung der DP nach den Parlamentswahlen
„Konstruktive Oppositionsarbeit leisten“
Gemeinsam mit seinen Mitstreitern wolle er in den nächsten Jahren eine „objektive und konstruktive Oppositionsarbeit“ leisten. Man wolle bei den Wahlen 2014 gestärkt aus der Opposition heraus antreten. Dass bis dahin noch sehr viel Arbeit bleibt und er sich selbst verstärkt in so manches Dossier einarbeiten muss, macht Xavier Bettel wenig aus. Sein Vorgänger Charles Goerens gab sich überzeugt, dass das „politische Talent“ Xavier Bettel die Aufgabe mit Bravour bestehen werde. Er selbst werde die Fraktion ständig mit Einblicken in die aktuellen Dossiers im Europaparlament versorgen.
„Xavier kann das“
„Die Arbeit eines Fraktionschef ist eine Arbeit der Integration“, sagte DP-Präsident Claude Meisch, „Xavier kann das“. Der liberale Vorsitzende und „député-maire“ der drittgrößten Stadt im Land sieht im guten Abschneiden Bettels bei den Wahlen den Willen der Bürger, ihm mehr Verantwortung zu übertragen und die Erneuerung und Verjüngung der Partei weiter zu treiben.
Dieser Prozess wird, wie auch das Ergebnis der Wahlen, bei denen die DP bekanntlich einen Sitz im Zentrum einbüßen musste, wohl auch Thema beim DP-Nationalkongress in Steinsel am Samstag, dem 27. Juni sein. Meisch geht nicht davon aus, dass es da zu weiteren Personalentscheidungen kommen wird, es sei eher ein statutarischer Kongress.