Die Krise auf dem Arbeitsmarkt abfedern…
Im Rahmen eines Meinungsaustauschs zwischen Vertretern des LCGB, angeführt von Generalsekretär Patrick Dury, sowie der DP, die durch Parteipräsident Claude Meisch, Fraktionspräsident Xavier Bettel sowie die beiden Abgeordneten André Bauler und Fernand Etgen vertreten wurde, waren sich beide Seiten darüber einig, dass insbesondere die Krise auf dem Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt erst in den nächsten Monaten erreichen wird.
Generell würden die Positionen von Gewerkschaften und Arbeitgebern im Vorfeld der anstehenden Tripartitegespräche gefährlich weit auseinander liegen, so DP-Präsident Meisch und LCGB-Generalsekretär Dury, die sich unter diesen Umständen Sorgen um ein zufriedenstellendes Ergebnis der Tripartite machten.
Die DP bemängelte, dass die Einführung des Einheitsstatus nicht dazu genutzt wurde, effektive Kontrollmechanismen einzuführen, die u.a. einen möglichen Missbrauch von Krankmeldungen auch bei Grenzgängern verhindern.Bzgl. der Ladenöffnungszeitenmachte der LCGB kategorisch deutlich, dass eine Ausweitung derselben nicht losgelöst von einer Betrachtung der teils schwierigen Arbeitsbedingungen des Personals im Handel betrieben werden dürfe. In diesem Zusammenhang vertrat die DP die Ansicht, dass im Rahmen einer möglichen Liberalisierung der Öffnungszeiten arbeitsrechtliche Bestimmungen nicht außer Kraft gesetzt werden dürften.
Einig waren sich DP sowie LCGB, dass vor dem Hintergrund der bedenklichen Entwicklung des Krankenkassendefizits endlich zu mehr Effizienz im Gesundheitswesen gefunden werden müsse.
In Sachen Anwerbung neuer Unternehmen aus dem Ausland erhoffen sich beide Gesprächspartner verstärkte Anstrengungen seitens der Regierung.
Im Rahmen der anstehenden Reform der Mitbestimmungsgesetze verlangt der LCGB eine grundlegende Verbesserung der Arbeitsbedingungen, bzw. der Rechte der Personalvertreter. Die Gewerkschaft unterstrich die Bedeutung der sozialen Arbeit, welche die Arbeitnehmervertreter in den Unternehmen leisteten, beschrieb die Vorteile eines gut funktionierenden Sozialdialogs innerhalb eines Unternehmens und bedauerte vor diesem Hintergrund die ablehnende und blockierende Haltung des Patronats. Die DP sprach sich ebenfalls für eine verbesserte Umsetzung der bestehenden Mitbestimmungsregeln aus, machte aber gleichzeitig deutlich, dass in ihren Augen keine generelle Ausweitung der Mitbestimmung notwendig sei.
LCGB undDP plädierten für einen verantwortungsvollen und aktiven Sozialdialog und vereinbarten abschließend, sich u.a. im Rahmen der Reform der Mitbestimmungsgesetze erneut zu Gesprächen zu treffen.