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Es gibt Menschen in Luxemburg, die sich zusehends an den Rand gedrängt sehen, die nicht Schritt halten können mit dem erforderten Tempo. Wir sehen diese Menschen, doch kennen tun wir sie eigentlich nicht. Wir erfahren von ihnen als statistische Größe und vergessen zu schnell, dass es sich dabei um Einzelschicksale handelt. Um Menschen, mit Gefühlen, Erwartungen, Hoffnungen, mit Familien, mit Kindern. Keine Produktivitätsfaktoren. Keine Produktionseinheiten. Keine Maschinen.
Diese Menschen sind die Opfer des Strukturwandels. Sie finden in unserer modernen Zeit ihren Platz nicht mehr. Sie taugen nicht für die glitzernde Bankenwelt, werden aber auch in der wettbewerbsorientierten Industrie oft nicht mehr gebraucht. Ich kenne diese Menschen, denn in der Industriestadt Differdingen sind es meine ehemaligen Klassenkameraden, meine Nachbarn, die Eltern der Mitschüler meines Sohnes. Ich kenne diese Menschen, denn sie kommen zu mir, zu ihrem Bürgermeister und bitten um Hilfe, um eine Arbeit, um Unterstützung. Selten kann ich helfen, manchmal einen guten Rat geben, doch bei jedem Einzelnen höre ich zu, um zu verstehen. Zu verstehen, wie und warum diese Menschen aus dem Tritt kommen konnten, in einem der reichsten Länder der Welt.
Gemessen am eigenen Anspruch von CSV und LSAP - die immerhin 20 der vergangenen 25 Jahre gemeinsam regierten - ist ihre Politik gescheitert. Denn die Zahl derjenigen, die benachteiligt sind und an den Rand gedrängt wurden, hat nicht abgenommen. Die Arbeitslosigkeit ist in Luxemburg nicht länger ein Randproblem. Wir haben uns dem europäischen Durchschnitt angenähert. Die Zahl derer, die von staatlichen Sozialtransfers abhängig sind, nimmt kontinuierlich zu. Wie vor 30 Jahren ist immer noch die Herkunft ausschlaggebend über die schulischen, beruflichen und gesellschaftlichen Erfolgsaussichten der einzelnen Menschen. Die Ziele von sozialem Ausgleich, von Chancengleichheit, von Aufstiegsmöglichkeiten waren und sind richtig, gerade hier haben aber die Methoden von CSV und LSAP versagt – trotz bester wirtschaftlicher Voraussetzungen.
In den vergangenen fünf Jahren wurden in Luxemburg rund 40.000 Arbeitsplätze geschaffen. Ohne dass dies große Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen in Luxemburg hätte.
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