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Unerkennung vun der däitscher Gebäerdesprooch zu Lëtzebuerg

Actualités Tribune libre Politique sociétale Nicole Sibenaler

Léif Nolauschter, 

Ech schwätzen iech haut iwwer d’Unerkennung vun der däitscher Gebäerdesprooch zu Lëtzebuerg, déi en immens wichtege Schrack an eng grouss Bedeitung fir d’Liewe vun den „Hörlosen“ hei am Land bedeiten. 

A well et sech, wéi gesot, em déi däitsch Gebäerdesprooch handelt, ass den Text dann och op Däitsch. 

Ech schwätzen den Text fir d’Nicole Sibenaler, eis Kandidatin am Süden, déi gehörlos ass an déi hiren Text a Gebärdesprooch wäert an de soziale Medie presentéieren. 

Die Gebärdensprache ist eine visuelle Sprache, die von nicht hörenden und schwer hörenden Menschen zur Kommunikation und Verständigung benutzt wird. Sie besteht aus der Gestik, der Gesichtsmimik, lautlos ausgesprochenen Wörtern und der Köperhaltung. 

Die Gesetzvorlage, die vom Bildungs-, Familien- und Kulturministerium eingebracht worden ist, wird die deutsche Gebärdensprache als vollwertige Sprache anerkennen und somit die sprachliche Identität von hörgeschädigten, respektive gehörlosen Menschen fördern. 

Sie werden somit nicht nur das Recht erhalten, sich in ihrer Sprache auszudrücken, sondern vor allem Informationen in der Gebärdensprache anzufragen und zu erhalten. 

Das Gesetz wird es Hörgeschädigten und Gehörlosen erlauben, in Zukunft einen Gebärdendolmetscher beim Kontakt mit staatlichen Behörden in Anspruch zu nehmen. 

Dieser Status als vollwertige Sprache bedeutet einen Meilenstein für die Betroffenen und ist Ausdruck der Gleichbehandlung dieser Menschen in unserem Land. Ein Schritt zu einer größeren Integration und Teilnahme der Hörgeschädigten und Gehörlosen in unserer Gesellschaft. 

Es gibt keine weltweite Gebärdensprache, sie variiert von Land zu Land. In Luxemburg hat man sich für die deutsche Gebärdensprache entschieden, da sie von den meisten Menschen verwendet wird. Diese Entscheidung wurde in Zusammenarbeit und aufgrund der Erfahrungswerte der betroffenen Hörgeschädigten und Gehörlosen getroffen. 

Die Gleichbehandlung betrifft in besonderem Masse die gehörlosen und hörgeschädigten Kinder, die die gleichen Chancen haben sollen wie hörende Kinder. 

Durch das von der DP-initiierte Gesetz wird diesen Kindern das Recht zuerkannt, die deutsche Gebärdensprachen zu lernen und die Grundschule sowie die Sekundarstufe in der Gebärdensprache zu absolvieren. Sie erhalten somit die Möglichkeit, eine Ausbildung ihrer Wahl zu machen und ein Abschlussdiplom zu erhalten. 

Die Gebärdensprache wird demnach als Unterrichtssprache in der Regelschule sowie in der Sonderschule angeboten werden. 

Im Centre de Logopédie können die Schüler die Gebärdensprache erlernen. Die Lehrkräfte werden dabei von Gebärdendolmetschern unterstützt. 

In der Regelschule können die Schüler im Unterricht auf einen Dolmetscher zurückgreifen. Die Lehrpläne werden die gleiche sein wie für hörende Schüler. Die betroffenen Schüler werden gruppenweise auf mehrere Schulen verteilt werden. Auf diese Weise kann eine angemessene Betreuung gewährleistet werden. 

Als weitere Maßnahmen sind kostenlose Gebärdensprachkurse für die Familien und Sensibilisierungskampagnen vorgesehen. 

Dies alles bedarf natürlich speziell geschulter Lehrkräfte (Sonderschullehrer, Grundschullehrer und Erzieher), welche die Gebärdensprache beherrschen. Deshalb muss prioritär qualifiziertes Personal eingestellt werden, das das vorhandene Personal ausbildet. 

Luxemburg ist eines der letzten EU-Länder, das die Gebärdensprache noch nicht als vollwertige Sprache anerkannt hat. Mit dieser Gesetzvorlage wird jetzt nicht nur das Gesetz von 1984 abgeändert, wir schaffen auch eine große Ungerechtigkeit gegenüber den Hörschädigten und Gehörlosen ab. Wir erleichtern unseren Mitmenschen das Leben und bieten ihnen bessere Bedingungen, ihr Leben erfolgreich zu führen. 

Diese Maßnahmen fügen sich in die DP-Politik ein, die auf die Inklusion aller Menschen mit besonderen Bedürfnissen setzt. Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als diesen Menschen jeweden Zugang zu unserer Gesellschaft und Teilhabe an unserer Gesellschaft zu gewährleisten!

Ech hunn dës Tribune Libre – wéi scho gesot – fir d’Nicole Sibenaler geschwat, eis Kandidatin am Süden, déi gehörlos ass an déi hiren Text a Gebärdesprooch wäert an de soziale Medie presentéieren. 

Ech soen iech Merci fir d’Nolauschteren.

 


Nicole Sibenaler

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