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Luxemburgische Sprache: Gezielt fördern und Stellenwert stärken

Die luxemburgische Sprache ist Teil unserer Identität und unseres kulturellen Erbes. Als Integrations- und Alltagssprache trägt sie einen wesentlichen Teil zur sozialen Kohäsion in unserem Land bei. Die DP setzt sich für eine Stärkung der luxemburgischen Sprache ein und betrachtet die Mehrsprachigkeit als wesentliche Besonderheit und wertvollen Trumpf unseres Landes. Die DP ist ebenso davon überzeugt, dass die unterschiedlichen Sprachen in unserem Land – insbesondere Luxemburgisch, Deutsch und Französisch – im öffentlichen und im alltäglichen Leben Hand in Hand gehen sollen

Die DP-geführten Ministerien für Bildung und Kultur haben die Förderung der luxemburgischen Sprache in dieser Legislaturperiode entschieden ausgebaut. In einer umfassenden Strategie wurden vier übergreifende Zielvorstellungen festgelegt: 1. den Stellenwert der luxemburgischen Sprache zu stärken, 2. die Normierung, den Alltagsgebrauch und die Forschung diesbezüglich auszubauen, 3. das Erlernen von Sprache und Kultur zu unterstützen, sowie 4. die Kultur in Luxemburger Sprache zu fördern. Zudem wurde das Angebot an luxemburgischen Sprachkursen deutlich erweitert. Durch die multilinguale Sprachförderung wurde sichergestellt, dass in allen staatlich unterstützten Kinderbetreuungsstätten mittlerweile auch Luxemburgisch gesprochen wird. Gleichzeitig werden die Kinder auf spielerische Art und Weise an die natürliche Mehrsprachigkeit unseres Landes herangeführt.

Die DP wird auch in Zukunft den gesellschaftlichen Stellenwert der luxemburgischen Sprache stärken und ihr eine hohe Bedeutung als Kommunikations-, Integrations- und LiteraturSprache beimessen.

Strategie für die Förderung der luxemburgischen Sprache umsetzen

Unter Federführung der DP-Regierungsmitglieder wurde eine Strategie ausgearbeitet, die die Rolle der luxemburgischen Sprache auf nationaler Ebene stärkt. Unter anderem wird ein Kommissar für die luxemburgische Sprache benannt, sowie ein Zentrum für die Förderung der Sprache gegründet. Das Zentrum soll sich mit der Entwicklung und der Normierung der luxemburgischen Sprache auseinandersetzen. Die DP wird die Strategie für die Förderung der luxemburgischen Sprache und den daran anknüpfenden 20-Jahresplan, der in Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Akteuren ausgearbeitet wird, vorantreiben.

Die luxemburgische Sprache auf EU-Ebene stärken

Die DP will den Stellenwert der luxemburgischen Sprache auch auf EU-Ebene stärken. In einer ersten Phase werden wir Verhandlungen mit der EU aufnehmen, um eine administrative Regelung über den Gebrauch des Luxemburgischen zu finden. Jeder Bürger soll das Recht haben, sich auf Luxemburgisch an die europäischen Institutionen zu wenden und so weit wie möglich eine Antwort auf Luxemburgisch zu erhalten.

Online- und Bürgerforen nutzen

Die Bürger sollen in der Förderung der luxemburgischen Sprache ein regelrechtes Mitspracherecht erhalten und sich regelmäßig in Bürgerforen einbringen. Die kürzlich ins Leben gerufene Online-Plattform „sproocheronn.lu” erlaubt den Bürgern, Vorschläge einzubringen und gemeinsam über den luxemburgischen Sprachgebrauch zu diskutieren. Die DP wird die direkte Bürgerbeteiligung weiter ausbauen. Die DP wird zudem die bestehenden Onlineinitiativen im Bereich der luxemburgischen Sprache auf einer Webseite zusammenzufassen.

Obligatorische Luxemburgisch-Kurse in Privatschulen einführen

Die DP wird Privatschulen, die durch öffentliche Gelder mitfinanziert werden, dazu verpflichten, den Schülern obligatorische Luxemburgisch-Kurse anzubieten. Dies wird allen Schülern einen Zugang zur luxemburgischen Sprache ermöglichen und gleichzeitig die Integration über eine gemeinsame Sprache fördern.

Luxemburgische Sprache im virtuellen Raum stärken

Computer, Smartphone und Internet gehören längst zu unserem Alltag. Die DP will der luxemburgischen Sprache auch einen Eintritt in die virtuelle Welt von Alexa, Siri & Co verschaffen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die unterschiedlichen Betriebssysteme, Korrekturprogramme, Sprachsteuerungen, Spracherkennung usw., auch in der luxemburgischen Sprache verfügbar sind.

Luxemburgisch-Kurse im Gesundheitswesen fördern und ausbauen

Gerade bei einem Krankenhausaufenthalt, der eh schon belastend für den Patienten ist, ist es für manche Bürger schwierig sich in einer Fremdsprache auszudrücken. Besonders die vielen medizinischen Begriffe können zu Verständigungsproblemen zwischen dem Patienten und dem Pflegepersonal führen. Die DP wird deshalb das Angebot an Luxemburgisch-Kursen im Gesundheitswesen vorantreiben, um die Kommunikation zwischen Patient und Personal zu verbessern. Darüber hinaus sollte auch eine luxemburgisch sprechende Person zur Verfügung stehen, um eventuelle Verständigungsprobleme überwinden zu können. Wir werden auch das vom DP-geführten Kulturministerium zusammengestellte Online-Wörterbuch für medizinische Begriffe „med.lod.lu” weiter fördern.

"Toten” Wortschatz dokumentieren

So wie neue Wörter sich verbreiten und irgendwann zum geläufigen Wortschatz gehören, verschwinden andere Wörter aus unserem Sprachgebrauch. Die DP wird in einem Wörterbuch schon fast vergessene luxemburgische Wörter und Redewendungen, die von jüngeren Generationen kaum noch verwendet werden, aufbauend auf bestehenden Initiativen, zusammenstellen und diese so dokumentieren. So können wir den reichhaltigen Wortschatz unserer Sprache als Teil unserer Kultur erhalten. Die Öffentlichkeitsarbeit wird dementsprechend ausgebaut werden.

Luxemburg-Haus als zentrale Begegnungsstätte schaffen

Luxemburg hat eine besondere Identität, die viele fasziniert, aber nicht für jeden sofort zu greifen ist. Die Luxemburger Sprache ist für viele Menschen das markanteste Merkmal des Landes. Aber die Identität ist deutlich vielfältiger: Luxemburg ist regional und weltoffen, ist traditionell und multikulturell, spricht luxemburgisch und gleichzeitig zahlreiche andere Sprachen. Diese vermeintlichen Gegensätze bereichern die Gesellschaft des Landes und sind schon seit Generationen tief verwurzelt im Großherzogtum. Bisher gibt es aber keinen zentralen Ort, an dem die Vielfalt des Landes und der Menschen, die hier wohnen und arbeiten, hautnah erlebbar wird.

 

Wir wollen ein Luxemburg-Haus als zentrale Begegnungsstätte schaffen, um der besonderen Zusammensetzung unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen. Es soll gewissermaßen der „Flagship-Store” Luxemburgs werden, in dem Einheimische, Zugezogene und Gäste die besondere Landesidentität sehen, hören, anfassen und schmecken können. Also kein Museum, sondern ein agiler Ort, an dem die Sprachen, die Musik, der Sport, die Natur, die Historie, die Literatur, die Gesellschaft und die Küche, erlebbar werden. Das Haus ist ein Spiegelbild der luxemburgischen Identität – mit all ihrer Vielfalt, ihrer Tradition, ihrer Innovation und den dazu gehörigen kontroversen Diskussionen.

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