Kultur

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Kulturpolitik: Gezielte Förderung der Künstler und kulturelle Teilhabe für alle

Für die DP sind die Förderung der kulturellen Vielfalt und die Wertschätzung der hiesigen Kulturschaffenden und ihrer Werke zentrale Pfeiler der Kulturpolitik.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat das DP-geführte Kulturministerium sein Budget in der laufenden Legislaturperiode auf knapp 1% des Staatshaushaltes erhöht. Darüber hinaus wurden zentrale Projekte vorangetrieben, wie das Archivgesetz und die Ausarbeitung eines neuen Denkmalschutzgesetzes. Außerdem wurden zusätzliche Künstlerateliers zur Verfügung gestellt, eine zentrale Anlaufstelle für Künstlersubsidien geschaffen und neue Subsidien, beispielsweise für Weiterbildungsmaßnahmen, eingeführt. Das Kulturministerium setzte auch verstärkt auf Dialog und Austausch. So fand eine breite Debatte mit den Kulturschaffenden anlässlich der ersten „Assises culturelles” statt. Diese Diskussionen dienten als Basis für das Ausarbeiten des ersten Kulturentwicklungsplans in Luxemburg.

In den nächsten Jahren wird die DP die Menschen verstärkt über die Kultur zusammenbringen und die Kultur als tagtäglichen Bestandteil des öffentlichen Lebens fördern. Die DP wird die Professionalisierung der Kulturszene unterstützen und sich für die Verbesserung der materiellen Situation der Kulturschaffenden einsetzen. Luxemburgische Künstler sollen in allen Kunstbereichen unterstützt werden und auch international soll ihnen mehr Geltung verschafft werden. Kulturpolitik ist allerdings auch Standortpolitik, die DP wird die Position Luxemburgs auf der internationalen Landkarte mit einem breiten kulturellen Angebot stärken. Die DP sieht die Nominierung von Esch/Alzette als europäische Kulturhauptstadt 2022 als außerordentliche Gelegenheit für die Kulturentwicklung, zumal im Süden des Landes. Die Zusammenarbeit mit den anderen Südgemeinden soll dafür sorgen, dass das Kulturjahr weit über die Grenzen von Esch hinaus strahlt und der Region zu einer neuen Dynamik verhilft, sowohl auf kreativer als auch auf gesellschaftlicher Ebene.

Neues Gebäude für das Nationalarchiv schaffen

Nach dem Umzug der Nationalbibliothek auf Kirchberg soll auch das Nationalarchiv ein neues Gebäude beziehen. Unter Rückgriff auf die neuesten Technologien im Bereich der Archivierung, Konservierung und Veröffentlichung, soll das Institut seinen Aufgaben bestmöglich nachkommen können. Die DP wird den in Ausarbeitung befindlichen Gesetzentwurf vorantreiben, damit das Nationalarchiv schnellstmöglich in ein dementsprechendes Gebäude umziehen kann. In allen Bereichen muss eine Archivkultur gefördert werden.

Ein modernes Denkmalschutzgesetz umsetzen

Die DP wird die in dieser Legislaturperiode begonnene Reform des Denkmalschutzgesetzes zu Ende bringen. Es geht um transparente und klare Regelungen, die den Erhalt des archäologischen, architektonischen und immateriellen Erbes unseres Landes gewährleisten. Unter Berücksichtigung internationaler Normen und Konventionen werden die Prozeduren vereinfacht und klare Regeln aufgestellt, die u.a. genau definieren, welche Bausubstanz unter Denkmalschutz gestellt wird. Dadurch wird die Planung von Bauvorhaben deutlich verbessert. Um einen besseren Überblick zu ermöglichen, möchte die DP des Weiteren eine digitale Karte mit allen geschützten Gebäuden erstellen.

Wertschätzung des kulturellen Erbes absichern

Viele Menschen sind sich des bedeutsamen Kulturerbe Luxemburgs nur wenig oder gar nicht bewusst. Aus diesem Grund, und im Sinne eines breit angelegten Kulturangebots, wird sich die DP dafür einsetzen, dass die Vermittlung und Ausstellung der Sammlungen der staatlichen Museen verstärkt wird. In Zusammenarbeit mit den Glaubensgemeinschaften sollen auch unbekannte Schätze aus luxemburgischen Gotteshäusern im Rahmen von thematischen Ausstellungen gezeigt werden.

 

Zum kulturellen Reichtum eines Landes gehören nicht nur Monumente und materielle Artefakte, sondern auch immaterielle Elemente, wie Traditionen und Bräuche. Auch diese verdienen studiert, dokumentiert und weitervermittelt zu werden, weshalb die DP sich für eine stärkere Wertschätzung dieses Vermächtnisses in der Kulturvermittlung einsetzen wird

Luxemburg-Haus als zentrale Begegnungsstätte schaffen

Luxemburg hat eine besondere Identität, die viele fasziniert, aber nicht für jeden sofort zu greifen ist. Die Luxemburger Sprache ist für viele Menschen das markanteste Merkmal des Landes. Aber die Identität ist deutlich vielfältiger: Luxemburg ist regional und weltoffen, ist traditionell und multikulturell, spricht luxemburgisch und gleichzeitig zahlreiche andere Sprachen. Diese vermeintlichen Gegensätze bereichern die Gesellschaft des Landes und sind schon seit Generationen tief verwurzelt im Großherzogtum. Bisher gibt es aber keinen zentralen Ort, an dem die Vielfalt des Landes und der Menschen, die hier wohnen und arbeiten, hautnah erlebbar wird.

 

Wir wollen ein Luxemburg-Haus als zentrale Begegnungsstätte schaffen, um der besonderen Zusammensetzung unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen. Es soll gewissermaßen der „Flagship-Store” Luxemburgs werden, in dem Einheimische, Zugezogene und Gäste die besondere Landesidentität sehen, hören, anfassen und schmecken können. Also kein Museum, sondern ein agiler Ort, an dem die Sprachen, die Musik, der Sport, die Natur, die Historie, die Literatur, die Gesellschaft und die Küche, erlebbar werden. Das Haus ist ein Spiegelbild der luxemburgischen Identität – mit all ihrer Vielfalt, ihrer Tradition, ihrer Innovation und den dazu gehörigen kontroversen Diskussionen.

Galerie für zeitgenössische luxemburgische Kunst und Luxemburger Künstlerlexikon umsetzen

Die DP wird die vom Kulturminister angekündigte Schaffung einer Galerie für zeitgenössische luxemburgische Künstler im ehemaligen Gebäude der Nationalbibliothek („Ale Kolléisch”) in die Tat umsetzen. So soll neuen Talenten eine Ausstellungsmöglichkeit geboten werden und die Kulturszene unterstützt werden. Solche Projekte spielen eine wichtige Rolle, wie der Erfolg der Galerie „Konschthaus beim Engel” zeigt. Außerdem wird die DP sich für ein Luxemburger Künstlerlexikon in digitaler und in gedruckter Form stark machen.

Offene Kreativstätte schaffen

Die Villa Louvigny im Herzen der Hauptstadt ist ein geschichtsträchtiges Gebäude mit vielen Facetten. Die DP ist davon überzeugt, dass dieser einmalige Standort mit dem offenen Umfeld sinnvoll als Kreativstätte für Künstler genutzt werden muss, um ihnen neue Schaffens- und Ausstellungsmöglichkeiten zu bieten. Der bestehende Konzertsaal soll für künstlerische Darbietungen aufgewertet werden.

Digitalisierung zur Kulturvermittlung nutzen

Die DP wird die Chancen der Digitalisierung auch in der Kultur nutzen. Die Anwendungsbereiche sind vielfach. Neben der digitalen Kunstschaffung in der Kreativwirtschaft, kann damit besonders die Vermittlung von Kultur und unserem kulturellen Erbe gefördert werden. Die DP wird die komplette Digitalisierung der Museums- und Archivbestände weiter vorantreiben. Eine Digitalisierung leistet nicht nur der wissenschaftlichen Grundlagenforschung Vorschub, sondern ermöglicht einen bedeutend leichteren Zugang zu den Beständen, die andernfalls nur zu besonderen Anlässen und Ausstellungen aus der Reserve geholt werden. Zudem vereinfacht dies einen besseren Austausch zwischen staatlichen kulturellen Institutionen und dem breiten Publikum.

Integration und soziale Kohäsion durch Kultur fördern

Die Multikulturalität ist eine Stärke Luxemburgs und Teil unserer Identität. Gelebte Multikulturalität drückt sich vor allem in der Begegnung von Menschen mit unterschiedlichem Background aus. Kultur hilft Brücken quer durch die Gesellschaft zu schlagen. Deshalb wird die DP Veranstaltungen und Programme fördern, die über die Kultur zum zwischenmenschlichen Dialog beitragen, wie z.B. sogenannte Kulturrallyes, bei denen Teilnehmer unterschiedlicher Herkunft durch die Besichtigungen kultureller Sehenswürdigkeiten zusammengeführt werden.

Kooperation zwischen Bibliotheken vertiefen

Die öffentlichen Bibliotheken spielen eine wichtige Rolle in der Kulturförderung. Das Kulturgut Buch muss – neben digitalen Inhalten und E-Books – weiter erhalten bleiben und die Bibliotheken müssen ihrer Aufgabe der Sammlung, aber auch der Vermittlung, gerecht werden. Es ist deshalb in den Augen der DP sinnvoll, in einem kleinen Land wie Luxemburg, die Ressourcen zu bündeln und die Zusammenarbeit zwischen den großen Bibliotheken, wie der Nationalbibliothek und der Universitätsbibliothek, zu vertiefen. Daneben soll untersucht werden, in welchen Bereichen der Dienst am Leser verbessert werden muss. Das Bibliotheksgesetz sollte zudem einer kritischen Analyse unterzogen und gegebenenfalls überarbeitet werden, besonders hinsichtlich einer administrativen Vereinfachung.

„Bicherbus” ausbauen

Für die DP spielt der „Bicherbus” eine tragende Rolle, um den Zugang zur Literatur und Kultur zu ermöglichen, vor allem in den Gegenden des Landes, in denen sich keine öffentliche Bibliothek in unmittelbarer Nähe befindet. Die DP möchte deswegen das Angebot des Bücherbusses ausbauen und kundenfreundlicher gestalten. Zudem soll die Kommunikation verbessert werden. So ist beispielsweise nur wenigen Menschen die Möglichkeit bekannt, sich Bücher online zu bestellen und sie sich per Bücherbus liefern zu lassen.

Kostenlosen Musikunterricht einführen

Das Gesetz über den Musikunterricht muss grundlegend überarbeitet werden. Erste Gespräche hat das DP-geführte Kulturministerium bereits mit den betroffenen Akteuren geführt. Ziel ist es, den Stellenwert der Musik als wichtigen kulturellen Träger zu erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen Musikschulen sowie Bildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen zu verbessern. Die Finanzierungsmodalitäten sollen transparenter gestaltet und es muss sichergestellt werden, dass allen Kindern der Zugang zum Musikunterricht ermöglicht wird. Die DP wird zudem landesweit einen kostenlosen Musikunterricht einführen.

Luxemburgische Kunst im Ausland fördern

Um der luxemburgischen Kunstszene und luxemburgischen Künstlern auch über die Grenzen hinaus Geltung zu verschaffen, sollte Luxemburg auf internationalen Veranstaltungen konsequent Präsenz in den unterschiedlichen kulturellen Bereichen zeigen.

 

Im Buchwesen hat das DP-geführte Kulturministerium sichergestellt, dass dieses Jahr, nach langer Abwesenheit, wieder eine luxemburgische Delegation mit einem nationalen Stand an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen wird. Diese Präsenz ist wichtig für die Luxemburger Autoren und Verlage, um Kooperationen und Kontakte im Ausland zu knüpfen. Die DP wird dafür Sorge tragen, dass die Luxemburger Buchwelt wieder regelmäßig an den wichtigsten Buchmessen in Europa teilnimmt. Im Bereich der bildenden Künste sind Pavillons, wie auf der Biennale in Venedig, ebenfalls wichtige Gelegenheiten für Künstler, um sich profilieren zu können. Für die DP muss Luxemburg auch hier auf allen wichtigen Terminen Präsenz zeigen. Im Bereich der Musik hat die Exportförderstelle MusicLx in den vergangenen Jahren eine ausgezeichnete Arbeit geleistet. Die DP wird die Musikexportförderung weiter ausbauen.

 

Die DP wird zudem bei internationalen Besuchen und Missionen konsequent den kulturellen Sektor einbinden, um Luxemburg auch als Kulturstandort international bekannt zu machen und den Wirkungsradius Luxemburger Künstler im Ausland zu vergrößern. Auf diese Weise soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie der kulturelle und künstlerische Austausch gefördert und die kulturelle Dimension des Nationbrandings gestärkt werden.

Ateliers für Künstler und Akteure der Kreativwirtschaft schaffen

Die hiesigen Künstler benötigen neben Ausstellungsmöglichkeiten auch mehr Arbeitsräume. Die DP wird sich deshalb verstärkt für die Schaffung von Ateliers für luxemburgische Künstler einsetzen.

 

Im Bereich der Kreativwirtschaft besteht ein großes Potenzial für die luxemburgische Kunstszene und die Wirtschaft. Ob Kunsthandwerker, Designer, Graphiker, Spieleentwickler oder andere Berufsprofile, die Kreativwirtschaft umfasst ein breites Spektrum an Betätigungsfeldern. Um Synergien zwischen einzelnen Akteuren zu schaffen und das Innovationspotenzial zu bündeln, wird die DP dafür Sorge tragen, dass ausreichend Begegnungsstätten und Werkstätten zur Verfügung gestellt werden, in denen sich Akteure aus der Kreativwirtschaft entfalten können. Ähnlich dem „1535°” in Differdingen, möchte die DP weitere solche „creative hubs” im ganzen Land einrichten und die entstehende dynamische Bewegung unterstützen.

Leerstehende Flächen für kulturelle Aktivitäten mobilisieren

Die DP wird Kunst und Kultur stärker in die Öffentlichkeit tragen und einem breiteren Publikum im Alltag zugänglich machen. Die DP wird eine Plattform schaffen, um Eigentümer von zeitweise leerstehenden Geschäftsflächen und Künstler miteinander in Kontakt zu bringen. So können Ausstellungen in zeitweise leerstehenden Geschäftsflächen organisiert werden. Auf diese Weise können Kunstwerke punktuell der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und Schaufenster von leerstehenden Geschäftsräumen sinnvoll genutzt werden.

Europäische Kulturhauptstadt Esch/Alzette 2022 als Chance für die Kultur- und Kreativwirtschaft nutzen

Kreativwirtschaft nutzen Die DP wird sich voll und ganz für das Projekt Esch 2022 einsetzen. Die DP wird dafür sorgen, dass im Rahmen des Kulturjahres die hiesigen Künstler einen größtmöglichen Freiraum bekommen und eine inklusive Teilnahme aller Akteure möglich ist. Die DP möchte, dass das europäische Kulturjahr auch nach 2022 bleibende Spuren im Süden des Landes hinterlassen wird und die Kultur- und Kreativwirtschaft auch nach dem Kulturjahr langfristig von diesem Ereignis profitiert.

Regional ausgeglichene Kulturförderung sicherstellen

Kultur ist für alle da. Es ist wichtig, ein regional ausgeglichenes kulturelles Angebot zu gewährleisten. Die DP wird deshalb kulturelle Aktivitäten, sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum, fördern und die Entwicklung der Kulturszene in allen Gegenden des Landes vorantreiben, beispielsweise durch die gezielte Unterstützung von regionalen Kulturveranstaltungen.

Mindestens 1% des Staatshaushaltes in die Kultur investieren

Damit das Kulturministerium seiner Aufgabe, die luxemburgische Kunst- und Kulturszene adäquat zu unterstützen und zu fördern, gerecht werden kann, ist es unabdinglich, ihm die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Regierung hat das Budget des Kulturministeriums in der vergangenen Legislaturperiode regelmäßig aufgestockt. Die DP wird den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und ein jährliches Kulturbudget von mindestens 1% des Gesamthaushalts beibehalten.

Kulturentwicklungsplan umsetzen und „Assises culturelles” weiterführen

Die Ausarbeitung eines Kulturentwicklungsplans in der laufenden Legislaturperiode schaffte eine grundlegende Basis für die Kulturförderung in den kommenden Jahren. Durch eine objektive Analyse der Stärken und Schwächen der Luxemburger Kulturszene, und unter Beteiligung der Kulturschaffenden, wurde eine umfassende Strategie auf die Beine gestellt, welche auf die Bedürfnisse des gesamten Sektors eingeht und seine Entwicklung in den kommenden Jahren optimal begleitet. Die DP wird den Kulturentwicklungsplan in den nächsten Jahren konsequent umsetzen.

 

Die ersten „Assises culturelles” vor zwei Jahren haben gezeigt, wie wichtig ein regelmäßiger Austausch zwischen Ministerium und kulturellen Akteuren für die Entwicklung des Sektors ist. Aufgrund der positiven Ergebnisse und der konstruktiven Zusammenarbeit ist es von großer Bedeutung für eine koordinierte Kulturpolitik, die „Assises culturelles” in regelmäßigen Abständen zu wiederholen und den Kulturentwicklungsplan regelmäßig anzupassen.

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