Gesondheet a Rettungswiesen

Gesundheit und Rettungswesen

Gesundheit und Sozialversicherung: schnellen Zugang zu qualitativ hochwertiger Medizin und Systeme langfristig sichern

In der Gesundheitspolitik legt die DP den Fokus auf einen schnellen Zugang der Patienten zu einer qualitativ hochwertigen Medizin. Gleichzeitig misst die DP der langfristigen Absicherung des Gesundheits- und Rentensystems höchste Priorität bei.

In der laufenden Legislaturperiode hat die DP sich für weitreichende Verbesserungen im Gesundheitssystem eingesetzt. Im Rahmen der Verabschiedung des neuen Spitalplans sorgte die DP beispielsweise maßgebend für eine regional flächendeckende Versorgung in unseren Krankenhäusern. Das Angebot an basismedizinischen Diensten wurde ausgebaut. Darüber hinaus haben wir uns für ein stärkeres Mitspracherecht der Ärzteschaft und der Personaldelegation in den Verwaltungsräten der Krankenhäuser eingesetzt. Aufgrund hoher Überschüsse in der Gesundheitskasse konnten zudem die Leistungen für die Patienten, beispielsweise im Bereich der Zahnmedizin, ausgebaut werden.

Die Leistungen des luxemburgischen Gesundheitssystems zählen zu den großzügigsten weltweit und brauchen keinen internationalen Vergleich zu scheuen. Die DP gibt sich damit jedoch nicht zufrieden und wird das Gesundheitssystem weiter verbessern. Besonders bei der Effizienz und Transparenz ist im Gesundheitswesen noch viel Luft nach oben. Fehlende Daten zu Qualitätsstandards, mittelmäßige Qualitätsdaten, sowie ein unverhältnismäßig hoher Verwaltungsaufwand erschweren gegenwärtig den Weg zu neuen, innovativen und bedarfsorientierten Betreuungskonzepten der Medizin und Pflege. Die DP wird sich dafür stark machen, dass vollbesetzte Warteräume in den Notaufnahmen und monatelange Wartezeiten auf eine IRM-Untersuchung oder ein CT-Scan der Vergangenheit angehören.

Aufgrund der demographischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung warten neue Herausforderungen auf das Gesundheitswesen in den kommenden Jahren. Das Gesundheitswesen wird in Zukunft sicherlich stärker beansprucht und demnach auch kostspieliger. Um eine flächendeckend erstklassige Patientenversorgung anzubieten, werden wir in Zukunft gezielter und effizienter in unser Gesundheitssystem investieren. Die DP wird hierzu besonders auf die Möglichkeiten der Digitalisierung zurückgreifen. Getreu dem Motto „Vorbeugung ist die beste Medizin”, werden wir zudem erhebliche Mittel in die Gesundheitsprävention und -förderung investieren.

Das Gesundheits- und Rentensystem betreffend steht die DP zum Prinzip der Generationengerechtigkeit. Die aktuelle Lage der Sozialversicherungssysteme ist gesund, so verfügt Luxemburg gegenwärtig über Rentenreserven in Höhe von fast dem 4,5-fachen der jährlichen Ausgaben. Die DP wird regelmäßig eine Evaluation der Situation vornehmen, um zeitnah auf eventuelle Schwankungen reagieren zu können.

Digitale Gesundheitskarte einführen

Die DP spricht sich für die Einführung einer digitalen Gesundheitskarte aus. Diese wird in Zukunft nicht nur wichtige Informationen für den Patienten speichern, sondern auch ein vereinfachtes Bezahlsystem für Arztrechnungen mit sich bringen, sowie eine Transparenz der Medikation des Patienten durch die Möglichkeit der Ausstellung von elektronischen Rezepten. Somit kann gefährlichen Wechselwirkungen und Medikamentenmissbrauch auf diese Art und Weise besser vorgebeugt werden.

Prävention und Früherkennung fördern

Die DP will die medizinische Vorbeugung und Früherkennung von Krankheiten im Rahmen einer nationalen Gesamtstrategie fördern. Einerseits wollen wir durch Sensibilisierungskampagnen ein gesundheitsbewusstes Leben und Arbeiten sowie andererseits die Frühdiagnostik und -behandlung weiter fördern. Wir legen in diesem Zusammenhang auch sehr viel Wert auf die schulmedizinischen Dienste, die Gesundheitsschäden oder psychische Probleme bei Kindern durch kinderärztliche Voruntersuchungen frühzeitig erkennen sollen.

Luxemburgisch-Kurse im Gesundheitswesen fördern und ausbauen

Gerade bei einem Krankenhausaufenthalt, der eh schon belastend für den Patienten ist, ist es für manche Bürger schwierig sich in einer Fremdsprache auszudrücken. Besonders die vielen medizinischen Begriffe können zu Verständigungsproblemen zwischen dem Patienten und dem Pflegepersonal führen. Die DP wird deshalb das Angebot an Luxemburgisch-Kursen im Gesundheitswesen vorantreiben, um die Kommunikation zwischen Patient und Personal zu verbessern. Darüber hinaus sollte auch eine luxemburgisch sprechende Person zur Verfügung stehen, um eventuelle Verständigungsprobleme überwinden zu können. Wir werden auch das vom DP-geführten Kulturministerium zusammengestellte Online-Wörterbuch für medizinische Begriffe „med.lod.lu” weiter fördern.

Wartezeit für eine IRM-Untersuchung verkürzen

Eine vier-bis sechsmonatige Wartezeit für eine IRM-Untersuchung sind keine Seltenheit in Luxemburg. Patienten lassen sich sogar stationär behandeln oder weichen auf Krankenhäuser in der Grenzregion aus, um schneller zu einem Termin zu kommen. Die DP-geführte Regierung hat kürzlich dem Erwerb von vier neuen IRM-Geräten zugestimmt. Diese neuen Geräte sollen den neuesten technischen Normen entsprechen und vielseitig einsetzbar sein. Wir werden zudem prüfen, inwieweit eine Verlängerung der täglichen Betriebsdauer der Apparate die Wartezeiten in den Krankenhäusern zusätzlich verkürzen könnte.

Telemedizin ausbauen

Die Telemedizin wird in Zukunft eine tragende Rolle im gesundheitlichen Versorgungssystem spielen. Übertragung medizinischer Bilder zwecks Ferndiagnostik (Telepathologie), Home-Monitoring von Patienten, Tele-Ausbildung: die Einsatzgebiete der Telemedizin sind vielfältig. Wir wollen eine flächendeckende Anwendung dieser Technologie ermöglichen und somit eine bessere, effizientere und flexiblere Versorgung der Patienten garantieren.

Medizinische Versorgung im ländlichen Raum stärken

Die DP wird dafür Sorge tragen, dass die Niederlassung der Haus- und Fachärzte in einer eigenen Praxis an Attraktivität gewinnt. Besonders im ländlichen Raum bilden Arztpraxen die Basis einer flächendeckenden, wohnortsnahen und hochwertigen ambulanten Versorgung. Auch die demografische Entwicklung und die Zunahme des Anteils älterer Patienten erfordert ein gutes Angebot in diesem Bereich. Wir werden in diesem Sinn die Funktionsweise und die geographische Lage der Maisons médicales auf ihre Nützlichkeit hin prüfen und gegebenenfalls anpassen. Darüber hinaus wollen wir die Gründung von Gemeinschaftspraxen durch finanzielle Anreize zusätzlich fördern. Diese werden durch flexiblere Öffnungszeiten eine bessere Versorgung der Patienten gewährleisten.

Gesundheitsversorgung zuhause fördern

Zuhause fühlt man sich am wohlsten. Das trifft auch auf die Gesundheitsversorgung zu. Immer mehr Menschen im hohen Alter, mit chronischen Krankheiten oder dauerhaften Behinderungen wollen heutzutage zuhause wohnen bleiben. Wir werden die Gesundheitsversorgung in diesem Sinn anpassen und einen entsprechenden „Out-ofhospital”-Aktionsplan ausarbeiten, um den Patienten zu ermöglichen in vertrauter Umgebung wohnen zu bleiben und dennoch unter ärztlicher, pflegerischer Aufsicht zu stehen.

Rückerstattungen im Fall von Lebensmittelallergien überprüfen

Glutenfrei, laktosefrei, fructosearm – Der Gang in den Supermarkt ist für viele Lebensmittelallergiker nicht leicht. Ihr Körper reagiert auf bestimmte Nahrungsmittel überempfindlich, was im schlimmsten Fall lebensgefährliche Reaktionen hervorrufen kann. Da viele herkömmliche Lebensmittel durch Spezialprodukte ersetzt werden müssen, fallen neben einer sorgfältigen Auswahl der Lebensmittel, auch erhebliche Mehrkosten an. Die DP wird prüfen, inwieweit die Rückerstattung solcher Mehrkosten durch die Gesundheitskasse den tatsächlichen Bedürfnissen der Allergiker angepasst ist und wird die Beträge der Rückerstattung gegebenenfalls erhöhen. Des Weiteren wird die DP die administrative Prozedur für eine Rückerstattung prüfen und gegebenenfalls vereinfachen.

Klarheit bei Patientenverfügungen und Organspenden schaffen

Der Mensch hat das Recht auf selbstbestimmte Entscheidungen, zu denen gehört auch der Entscheid über sein eigenes Lebensende. Der Wille des Patienten ist in solchen Fällen unser höchstes Gebot. Etwaige Verfügungen oder die Einwilligung zu einer Organspende sollten zwingend auf der persönlichen digitalen Gesundheitskarte gespeichert werden. Dies führt zu Klarheit im Falle des Ablebens eines Patienten, und bringt die Angehörigen in ihrer traurigen Lage nicht in eine noch misslichere Situation. Die DP steht zum Prinzip, dass jeder Bürger potentieller Organspender ist, es sei denn, er hat sich zu Lebzeiten schriftlich dagegen ausgesprochen. Zudem werden wir mit gezielten Informationskampagnen versuchen, mögliche Bedenken der Bevölkerung gegenüber Organspenden zu mindern.

Fonds zur Entschädigung des „aléa thérapeutique” einführen

Die DP wird unverzüglich einen öffentlichen Fonds für die Entschädigung jener unverhofften Zwischenfälle schaffen, die ohne Fehlverhalten eines Gesundheitsdienstleisters entstehen („aléa thérapeutique”). Die Rechte des Patienten werden somit gestärkt. Der Fonds soll ermöglichen Patienten zu entschädigen, bei deren Behandlung ein Unfall geschah, den ein Gericht nicht auf einen zivilrechtlichen Fehler zurückführt.

Ausbau der Medizinstudien hierzulande bewerten

Die Medizinerausbildung in Luxemburg wird ausgebaut. Die Universität Luxemburg wird in den kommenden Jahren einen Bachelor-Studiengang in Medizin anbieten, so dass Studenten drei Jahre, anstatt bislang nur ein Jahr, in Luxemburg studieren können. Zudem sollen weitere Facharztausbildungen ermöglicht werden. Die DP steht diesem Ausbau grundsätzlich positiv gegenüber. Etwaige weitere Schritte sollten in Zusammenarbeit mit allen betroffenen Akteuren ausgearbeitet und anschließend auf ihre Nützlichkeit hin geprüft werden.

Ausbildung und Beruf des Krankenpflegepersonals aufwerten

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird sich die Anzahl an älteren und pflegebedürftigen Menschen in den kommenden Jahren erheblich erhöhen. Um einem zukünftigen Mangel an Pflegefachkräften entgegenzuwirken, wird die DP den Berufsstand aufwerten und die Ausbildung für angehende Krankenpfleger attraktiver gestalten. Wir werden Bachelor- und Masterstudiengänge fördern und die Kompetenzen der Pflegefachkräfte dementsprechend erweitern.

Ärzte und Pflegepersonal fortbilden

Fortbildung ist ein integraler Bestandteil der ärztlichen und pflegerischen Berufsausübung und eine wichtige Säule der Qualitätssicherung. Die DP spricht sich für eine obligatorische und kontinuierliche Weiterbildung der Ärzte und des Pflegepersonals aus. Die genauen Rahmenbedingungen werden mit den betroffenen Berufsständen verhandelt.

Zeitaufwand für bürokratische Aufgaben reduzieren

In Pflegeberufen muss der Mensch im Mittelpunkt stehen, nicht die Bürokratie. Die DP wird den Aufwand für Bürokratie und Dokumentation in Pflegeberufen vermindern, sowohl in der stationären, wie auch in der ambulanten Versorgung. Somit steht dem Pflegepersonal wieder mehr Zeit für die Zuwendung pflegebedürftiger Patienten zur Verfügung. Ein Lösungsansatz bietet hierbei die konsequente Nutzung digitaler Hilfsmittel.

„Programme de recherche en nursing” (PRN) abschaffen

Die DP wird das sogenannte „Programme de recherche en nursing” abschaffen. Durch die ständige Berechnung der Personalkosten und dem damit verbundenen bürokratischen Aufwand, bleiben den Krankenpflegern immer weniger Zeit für einen menschlichen Kontakt zum Patienten. Zudem sind die Krankenhäuser heute eh schon in punkto Pflegepersonal chronisch unterbesetzt. Aufgrund der demographischen Entwicklung, sowie der steigenden Lebenserwartung wird sich die Lage in den kommenden Jahren zuspitzen. Um weiterhin die bestmögliche Patientenversorgung zu garantieren, brauchen wir jeden einzelnen Krankenpfleger dort, wo er am meisten gebraucht wird: Auf Station beim Patienten.

Konzept des Referenzarztes bewerten

Der Referenzarzt sollte die Patienten am besten kennen und bei gesundheitlichen Problemen ihr erster Ansprechpartner sein. Das Modell des Referenzarztes hat sich jedoch knapp sechs Jahre nach seiner Einführung nicht durchsetzen können. Sowohl die Anzahl der Versicherten, als auch die der teilnehmenden Ärzte, ist eher enttäuschend. Die DP wird das Konzept des Referenzarztes („médecin référent”) bilanzieren, auf seinen Nutzen hin überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Budgetierung nach Qualität anstatt nach Quantität einführen

Die DP wird eine leistungsabhängige Budgetierung der Krankenhäuser nach klaren, transparenten Qualitätskriterien einführen. Anstatt den Krankenhäusern ein Globalbudget auszustellen, werden wir das Budget nach erbrachter Leistung und nach sonstigen klar definierten Kriterien berechnen. Dies erlaubt in allen Krankenhäusern eine kosteneffizientere medizinische Qualität sicherzustellen.

 

Ausgaben, die nicht diesen Kriterien entsprechen, sollen künftig nicht mehr von der Gesundheitskasse übernommen werden.

Zentrales Informatik- und Informationssystem einführen

Zurzeit gibt es in Luxemburg kein einheitliches Datenverarbeitungssystem im Gesundheitswesen. Kliniken, Arztpraxen, Apotheken und Labore sind weder untereinander, noch mit der Gesundheitskasse vernetzt. Das ist weder kosteneffizient, noch transparent und kann, im schlimmsten Fall, sogar Menschenleben kosten.

 

Die DP wird dafür sorgen, dass das medizinische Personal landesweit über ein einheitliches Informationssystem verfügt, auf dem alle relevanten Daten und Befunde der Patienten vorhanden sind. Die Kosten- und Zeiteffizienz wird verbessert. Dies bietet zudem den Vorteil, dass nicht nur Missbräuche eingedämmt, sondern auch versorgungswissenschaftliche Daten effizient aufgearbeitet werden können. Datenschutz und Datensicherheit genießen dabei höchste Priorität und werden durch gesetzliche und technische Maßnahmen sichergestellt.

Qualitäts- und Kosteneffizienz der Krankenhäuser durch Synergien fördern

Krankenhäuser gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Pfeilern unseres Gesundheitswesens. Bei der aktuellen Entwicklung der Krankenhauskosten müssen jedoch neue Wege gefunden werden, um deren Finanzierung zu gewährleisten und somit eine hochwertige Patientenversorgung fortsetzen zu können.

 

Um eine bessere Qualitäts- und Kosteneffizienz zu erzielen, wird die DP bestimmte Krankenhausdienste zentral organisieren, und gegebenenfalls zusammenführen. Dazu gehören auf jeden Fall die gesamte Informatik, die Hygiene- und Sterilisationsabteilungen, die Qualitätskontrolle, die Aus -und Weiterbildung, sowie die Labore. Es soll zudem zu einer Standardisierung aller medizinischen Prozeduren kommen, die sich an international anerkannten Kriterien ausrichten.

Spezialisierung vorantreiben

Nicht jedes Krankenhaus kann alle möglichen Operationen und Therapien anbieten. Die DP wird deshalb die Spezialisierung der Krankenhäuser unterstützen. Daher werden wir die Bildung von Kompetenznetzwerken zwischen den Krankenhäusern bzw. Expertenteams fördern. Dazu gehört auch die Überlegung über die Einrichtung eines nationalen Onkologiezentrums, sowie die Behandlung und Betreuung seltener Krankheiten.

 

Ferner werden wir die Patientenbetreuung bei ärztlich verordneten Rehabilitations-, Erholungs- und sonstigen Kuren verbessern und somit die Aufenthalte der Patienten in den Spitälern verkürzen.

Allen Fachärzten Zugang zur Infrastruktur der nationalen Kompetenzzentren ermöglichen

Die DP wird allen dazu qualifizierten Fachärzten Zugang zur Infrastruktur der nationalen Kompetenzzentren bieten. Dies ist im Sinne einer besseren Auslastung der medizinischen Geräte und einer besseren Patientenversorgung im ganzen Land.

Standorte der regionalen Notfall-Kliniken absichern und ausbauen

In lebensbedrohlichen Situationen sollten Patienten keine weiten Anfahrtswege auf sich nehmen müssen. Die DP wird die Standorte der regionalen Notfall-Kliniken in Wiltz, Niederkorn, sowie der traditionsreichen Zitha deshalb langfristig absichern. Wir werden zudem die Akutversorgung um eine weitere Notfall-Klinik im Osten des Landes erweitern. Dies wird die größeren Notfallaufnahmen entlasten und gleichzeitig zu einer Verbesserung der städtischen und ländlichen Notfallversorgung beitragen.

Notfall- und Bereitschaftsdienste reformieren

Nach der rezenten Studie über die Notdienste, welche erhebliche Mängel aufgezeigt hat, wird die DP die Notdienste schleunigst personell, finanziell und materiell ausbauen. Dies wird nicht nur dazu beitragen, die Wartezeiten zu verkürzen, sondern vor allem den Notfallpatienten zu jeder Zeit eine medizinisch hochwertige Versorgung garantieren. Wir können uns darüber hinaus vorstellen, die Notfalldienste für das ärztliche und pflegerische Personal besser zu vergüten und die Dienste somit attraktiver zu gestalten.

 

In den Notaufnahmen werden wir außerdem Betten für eine Tagesbeobachtung schaffen. Dies ermöglicht den Patienten in den Notaufnahmen unter Beobachtung zu bleiben, ohne gleich stationiert werden zu müssen.

Altersmedizin (Geriatrie) stärken

Damit aus der längeren Lebenserwartung auch ein Mehr an erfüllten und aktiven Lebensjahren wird, kommt es für die DP vor allem darauf an, gesund zu bleiben oder im Krankheitsfall möglichst schnell wieder zu genesen. Die DP setzt in diesem Zusammenhang auf eine Stärkung der altersspezifischen Diagnose- und Behandlungsangebote. Darüber hinaus wollen wir Fachkrankenpfleger für die klinische Geriatrie ausbilden.

Aufnahme von Menschen mit mehreren Krankheiten gleichzeitig verbessern

Die DP wird dafür Sorge tragen, dass die Krankenhausstruktur und -infrastruktur sich in Zukunft besser anpasst an die Bedürfnisse von Menschen mit mehreren Krankheiten gleichzeitig. Demenzkranke, die einen Hüftbruch erlitten haben, benötigen beispielsweise nicht nur eine Behandlung des Hüftbruchs, sondern auch eine demenzspezifische Betreuung. Die DP wird daher bei der Notaufnahme systematisch multidisziplinäre Teams einsetzen. Wir werden zudem angemessene Strukturen und Abläufe in den Krankenhäusern fördern, so z.B. schnellere Aufnahmen und weitere „Rooming-in”-Möglichkeiten für Angehörige schaffen. Im Rahmen einer Reform der Vormundschaft („Tutelle”) wollen wir den bevormundeten Patienten zudem einen unbürokratischen und schnelleren Zugang zu den notwendigen Behandlungen gewährleisten.

Freiheitsentziehungen bei Demenzkranken strikt reglementieren

Freiheitsentziehende Maßnahmen bei der Betreuung und Behandlung von demenzkranken Patienten sind hochsensibel. Ärzte, Angehörige und Betreuer stehen immer wieder vor dem ethischen und juristischen Dilemma zwischen den Freiheitsrechten und Schutzinteressen demenzkranker Menschen (z.B. Bettgitter bei einem erhöhten Sturzrisiko). Die DP wird in diesem Bereich für Rechtssicherheit sorgen und klare Leitlinien im Interesse aller Beteiligten ausarbeiten.

Schmerzklinik eröffnen

Die DP verpflichtet sich, den Kampf gegen die chronischen Schmerzen wirksam anzugehen. Deshalb müssen die bestehenden Schmerzprogramme schnellstens angepasst und anschließend in die Tat umgesetzt werden. Wir werden außerdem wieder eine Schmerzklinik eröffnen, wo die Schmerzpatienten eine fachgerechte und multidisziplinarische Schmerztherapie angeboten bekommen.

Cannabis für medizinische Zwecke nutzen

Die Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken hat eine jahrtausendalte Tradition. Die Regierung hat kürzlich beschlossen, die Nutzung von Cannabis unter bestimmten Umständen in der Schmerztherapie zu erlauben. In einer ersten Testphase sollen CannabisPräparate vorerst Patienten mit chronischen und schmerzhaften Erkrankungen vorbehalten sein, bei denen herkömmliche Mittel nicht wirken. Die DP wird die zweijährige Testphase abwarten, um mehr über die Einsatzmöglichkeiten und Wirkungen vom „medizinischen Cannabis” in Erfahrung zu bringen. Grundsätzlich stehen wir einem zukünftigen Ausbau der Einsatzmöglichkeiten von medizinischem Cannabis positiv gegenüber.

 

Darüber hinaus, spricht sich die DP auch für die Möglichkeit einer allgemeinen, staatlich kontrollierten Abgabe von Cannabis an Erwachsene aus. Es muss darauf geachtet werden, dass dadurch der Konsum von Rauschmitteln, auch von Alkohol, nicht verharmlost wird

Palliative Strukturen für Kinder schaffen

Um den letzten Lebensweg schwerkranker Kinder so liebevoll wie möglich zu gestalten, will die DP prüfen inwieweit eine Anpassung der bestehenden palliativen Strukturen an die Bedürfnisse der Kinder möglich ist. Wir werden zudem entsprechende Aus- und Fortbildungen fördern.

Transparente Kontrollkriterien und klare Qualitätsnormen einführen

Wir werden eine unabhängige, externe Prüfinstanz damit beauftragen, die medizinische Qualität aller Dienstanbieter systematisch zu kontrollieren. Die Maßnahme soll die Qualität und die Transparenz in der Pflege verbessern und bestehende Mängel beseitigen.

 

Sowohl die CNS, als auch das Gesundheitsministerium, sollen Programme zur systematischen Qualitätskontrolle einführen und deren Resultate veröffentlichen. Auch Statistiken über die Anzahl der durchgeführten Behandlungen pro Spital sollen veröffentlicht werden.

Effizienz der Gesundheitskasse verbessern

Die DP wird die Verwaltung der Gesundheitskasse grundlegend reformieren und ein Audit über die Funktionsweise der CNS in Auftrag geben. Wir wollen die Effizienz der CNS verbessern. In diesem Bereich kann die Digitalisierung große Fortschritte ermöglichen. Eine wahrhaftige, zielorientierte und wirksame Kontrolle vonseiten des „Contrôle médical” der Sozialkasse und der CNS wird die Qualität der Dienstleistungen steigern, für erhebliche Einsparungen sorgen und zudem erlauben etwaige Missbräuche einzudämmen.

Nomenklatur grundlegend überarbeiten

Die schwerfälligen Prozeduren sind schnellstens zu vereinfachen. Die DP will die Nomenklatur der medizinischen und zahnmedizinischen Behandlungen, sowie die Nomenklaturen der technisch-medizinischen Berufe, in Anbetracht der heutigen Entwicklung der Medizin, grundsätzlich überarbeiten und danach häufiger anpassen. Wir werden zudem die geltenden Antikumulierungsregeln der Behandlungen prüfen und gegebenenfalls entschärfen.

 

Darüber hinaus spricht sich die DP für eine bessere Entlohnung der basismedizinischen Tätigkeiten, sowie der Bereitschafts- und Nachtdienste aus. Im Gegenzug wollen wir, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Interessensgruppen, den sogenannten „1.KlasseZuschlag” abschaffen.

Anpassung der Pflegeversicherung im Sinne der Patienten vornehmen

Die DP wird sicherstellen, dass die Pflegeversicherung eine hohe Qualität der Pflege gewährleistet. Patienten sollen durch die Möglichkeit von begleitenden Aktivitäten vor sozialem Ausschluss bewahrt werden. Zudem gilt es unnötige, administrative Prozeduren für Patienten und Träger zu vermeiden. Die DP wird daher eine Bilanz der Reform der Pflegeversicherung in Angriff nehmen und diese auf ihre Praxistauglichkeit überprüfen. Im Anschluss wird die DP konkrete Anpassungen im Sinne der Patienten vornehmen.

Freiberufliche Krankenpfleger unterstützen

Die DP wird den freiberuflichen Krankenpflegern die Möglichkeit geben, ihre Dienste stärker in der Betreuung zu Hause anzubieten, indem die Pflegebedürftigen bei Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe nicht automatisch verpflichtet werden auch die Krankenpflege über ein Pflegenetzwerk in Anspruch zu nehmen.

„Tiers payant” überdenken und flexibler gestalten

Die DP ist der Ansicht, dass das aktuelle System des „Tiers payant” ergebnisoffen auf den Prüfstand gestellt werden muss. Oberstes Ziel muss es sein, die Kostenbelastung der Patienten zu reduzieren und die Rückerstattungsprozeduren durch die Gesundheitskasse zu vereinfachen und zu beschleunigen. Die genauen Modalitäten gilt es mit allen betroffenen Akteuren, d.h. der Ärzteschaft, der Gesundheitskasse und der Patientenvertretung zu verhandeln.

Zusammenarbeit der Forschungsinstitute im Gesundheitsbereich fördern

Die DP wird die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Forschungsinstitute (Luxembourg Institute of Health (LIH), Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB), Integrated Biobank of Luxembourg (IBBL)) und der Universität fördern. Dies ermöglicht nicht nur ein effizienteres Nutzen der öffentlichen Gelder, sondern erhöht vor allem die Qualität und den Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Rahmenbedingungen für bioethische Forschung schaffen

Die DP wird ein Rahmengesetz ausarbeiten, um eine fortschrittliche bioethische Forschung zu reglementieren. Die medizinisch-technischen Bedingungen der Forschung, die Qualifikation der Mediziner, die Rechtslage der Fortpflanzungszellen- und Embryodaten, sowie die Nutzung überzähliger Embryos zu wissenschaftlichen Zwecken, erfordern eine adäquate Gesetzgebung.

Rettungswesen

Reform des Rettungswesens in der Praxis begleiten und das Ehrenamt fördern

In der laufenden Legislaturperiode wurde die dringend erforderliche Reform des Rettungswesens verabschiedet. Wichtige Eckpfeiler sind eine neue Organisation der Dienste, eine bessere Unterstützung für die freiwilligen Helfer und die Schaffung von neuen Räumlichkeiten. Die DP wird dafür sorgen, dass diese weitreichende Reform bestmöglich in die Praxis umgesetzt wird. Für die DP sind sowohl die hauptamtlichen Rettungshelfer, als auch die Freiwilligen zentrale Pfeiler des Rettungswesens. Deshalb werden wir den hauptund ehrenamtlichen Einsatz im Rettungsdienst weiter fördern und stärken.

SAMU-Rettungsdienst auf den Prüfstand stellen

Der kürzlich gegründete CGDIS („Corps grand-ducal d’incendie et de secours”) hat den Notarztdienst SAMU an die Rettungsdienstverwaltung angegliedert. Es bleibt jedoch nach wie vor bei drei SAMU-Einheiten für das ganze Land. Dies birgt besonders nachts in ländlichen Gebieten Risiken für Notfallpatienten. Wir wollen deshalb die SAMU-Einheiten nicht nur bei den diensthabenden Kliniken belassen, sondern auch überprüfen, inwieweit weitere SAMU-Einheiten im Zentrum und in den ländlichen Gebieten Sinn machen.

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