Die Grundschule ist der Spiegel unserer Gesellschaft. Dazu gehören auch jene Schülerinnen und Schüler, die auffallen und sich schwerer damit tun, sich in die Schulgemeinschaft einzufügen.
Das Bildungsministerium hat den Mechanismus, mit dem in der Schule auf spezifische Bedürfnisse reagiert wird, seit 2017 reformiert und ausgebaut. Dies geschah unter anderem durch eine massive Verstärkung des Personals, das in solchen Fällen eingesetzt wird. So wurden bis heute mehr als 1.000 zusätzliche Personen eingestellt.
Trotz dieser Bemühungen steht die Betreuung mehr denn je vor großen Herausforderungen, die der Entwicklung unserer Gesellschaft entsprechen. Das Ministerium hat daher Treffen mit rund 140 Vertretern des Sektors und der Eltern organisiert, um die Maßnahmen für die Zukunft zu verbessern. Für Ressortminister Claude Meisch ist Inklusion nämlich eine dauerhafte Herausforderung. Deshalb müsse das System so angepasst werden, dass es der gesellschaftlichen Entwicklung bestmöglich entspricht.
Der neue Inklusionsplan soll effizienter, schneller und gezielter funktionieren, um den Bedürfnissen der Kinder, der Eltern und der Lehrkräfte Rechnung zu tragen.
Dafür wird in jeder Schule ein Krisenverfahren eingeführt, um in akuten Situationen schnell reagieren und die Sicherheit in den Schulen gewährleisten zu können. Gleichzeitig werden die Ressourcen vor Ort verstärkt, insbesondere durch mehr spezialisierte Lehrkräfte (I-EBS) und durch Assistenten (A-EBS), was eine individuellere Betreuung ermöglicht. Die Zusammenarbeit zwischen den Schulen, den Fachleuten und anderen Diensten wird zum Beispiel durch lokale Komitees und durch einen flexibleren Einsatz der Teams verbessert.
Parallel dazu wird das Angebot an spezialisierten Strukturen ausgebaut und regional näher an die Kinder herangebracht, um eine bessere Zugänglichkeit und eine angepasste Betreuung zu gewährleisten. Um früher auf Probleme reagieren zu können, wird großer Wert auf Prävention gelegt, insbesondere im frühen Alter. Hier wird ein Pilotprojekt im Cycle 1 ausgearbeitet, das im nächsten Jahr in 15 Schulen gestartet werden soll und für die Bereiche Sprachen, Motorik und sozio-emotionale Entwicklung mehr Ressourcen zur Verfügung stellt. Frühestens nach drei Jahren wird dieses Projekt evaluiert und anschließend gegebenenfalls allgemein eingeführt.
Neue Dienste wie der ONE-Schuldienst (OSD) sollen Schule und Familie besser miteinander verknüpfen und eine umfassendere Unterstützung garantieren. Auch strukturell wird das System durch eine Reform der nationalen Inklusionskommission verbessert, mit mehr Personal und mit einer Reserve für das ESEB-Personal.
Das neue Portal www.inclusion-scolaire.lu erleichtert schließlich den Eltern den Zugang zu den wichtigen Informationen.



