Der Luxemburger Flughafen wächst weiter, sowohl im Passagier- als auch im Frachtverkehr. Derzeit passieren rund 5,3 Millionen Passagiere pro Jahr den Findel. Im Vergleich zu den letzten zehn Jahren entspricht dies einem Anstieg von 100 Prozent.
In einer Interpellation in der Abgeordnetenkammer wurde diese Woche sowohl über kurzfristige Investitionen als auch über die langfristige Strategie dieses wichtigen Wirtschaftsfaktors des Landes diskutiert. Die zuständige Ministerin Yuriko Backes bezifferte den wirtschaftlichen Impakt auf 9,2 Milliarden Euro. Rund 90.000 Arbeitsplätze in der Großregion hängen direkt oder indirekt vom Luxemburger Flughafen ab.
Aus diesem Grund hat die Regierung beschlossen, die Infrastrukturen in den kommenden Jahren auszubauen und zu modernisieren. Bis 2029 sollen unter anderem 100 Millionen Euro frisches Kapital in die Betreibergesellschaft Lux-Airport investiert werden. Für Ministerin Yuriko Backes geht es dabei auch um die Sicherung der staatlichen Handlungsfähigkeit.
Mit dem neuen Skypark Business Center wurde bereits ein wichtiger Schritt unternommen, um die Diversifizierung und damit die Resilienz des Flughafenbetreibers zu stärken. Die Renovierung und Modernisierung des Flughafens selbst hat bereits begonnen. Dazu zählen unter anderem eine verbesserte Beleuchtung, modernisierte Sanitäranlagen, ein angenehmeres Mobiliar sowie die Integration neuester Technologien.
In einer ersten Phase von zwei Jahren ist zudem geplant, das Terminal um 50 Prozent zu vergrößern. Dadurch entsteht Platz für neue Sicherheitsscanner und eGates, um nur einige Maßnahmen zu nennen. Auch die Digitalisierung der Gepäckabfertigung soll zu einem besseren Service beitragen, sodass Reisende jederzeit nachvollziehen können, wo sich ihr Gepäck befindet.
Der Findel verfügt derzeit über 9.000 Parkplätze. Durch eine effizientere Organisation, beispielsweise mittels automatischer Kennzeichenerkennung, sowie durch eine leistungsfähigere Anbindung an den öffentlichen Verkehr kann das Angebot weiter verbessert werden.
Bis 2032 werden Lux-Airport (800 Millionen Euro) und der Staat (200 Millionen Euro) gemeinsam rund eine Milliarde Euro in die Infrastruktur investieren. Da der Findel jedoch bis 2060 voraussichtlich an seine strukturellen Grenzen stoßen wird, unterstrich Mobilitätsministerin Yuriko Backes in der Abgeordnetenkammer die Bedeutung eines umfassenden Masterplans. Dieser wurde vor zwei Jahren auf den Weg gebracht und soll in den kommenden Monaten vorgestellt werden. Zugleich rief sie dazu auf, auch darüber hinaus weiterzudenken, um die langfristige Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des Luxemburger Luftverkehrs zu sichern.




