Julie Bruckler - Chancengleichheit

Chancengleichheit – Die Situation in Luxemburg

Der DP betonte kürzlich, dass eine nachhaltige Entwicklung in unserem Land nur möglich ist, wenn zusätzliche Anstrengungen im Bereich der Chancengleichheit unternommen werden. Chancengleichheit ist ein sehr weiter Begriff, der alle Facetten des Lebens betrifft.

Doch was ist mit „Chancengleichheit“ wirklich gemeint? Chancengleichheit zielt darauf ab, jedem die gleichen Chancen zu garantieren, unabhängig von soziokulturellen, sozioökonomischen oder physischen Faktoren. Jeder sollte die gleichen Möglichkeiten haben, das Beste aus seinem Leben zu machen und seine Talente zu entwickeln und zu nutzen.

Das bedeutet auch, dass niemand wegen seines Glaubens, seiner Herkunft, seines Aussehens oder einer Behinderung benachteiligt werden darf.

Wie ist die aktuelle Situation in Luxemburg? Es stimmt, dass es in Luxemburg in vielen Bereichen recht gut läuft, sei es in wirtschaftlicher, sozialer oder kultureller Hinsicht. Luxemburg ist oft die Nummer 1 unter den Industrieländern.

Was die Chancengleichheit angeht, so hat das Engagement der DP zum Beispiel zur Einführung der ‚Ehe für alle‘ geführt, und wir haben ein sehr engagiertes Familienministerium, das unter anderem für „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ zuständig ist.

Darüber hinaus wurden viele „Design for all“-Initiativen durchgeführt, wie z. B. Projekte rund um die „Leichte Sprache“ und Projekte zur Verbesserung der Mobilität und Zugänglichkeit für alle Bürger. Dazu gehören fortschrittliche Anpassungen im öffentlichen Bereich, die die Mobilität von Menschen mit Rollstühlen, mit Gehhilfen, mit Kinderwagen oder Sehbehinderung verbessern sollen.

Außerdem wurde ein Gesetzentwurf zur Regelung der Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden eingebracht. Das Freibad ‚Baggerweiher‘ bei Remerschen ist schon mit positivem Beispiel vorangegangen, indem Umbauten für die Barrierefreiheit vorgenommen wurden und auch ein Wasserrollstuhl bereit gestellt wird.

Wichtig ist auch, dass der Zugang zu bildungs- und kulturpolitischen Einrichtungen für alle sozialen Schichten gewährleistet ist. Dieses Recht gilt für alle Bürger – unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, Aussehen, Glauben oder körperlicher Einschränkung.

Im Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, insbesondere im Hinblick auf die gleiche Bezahlung am Arbeitsplatz. In Luxemburg verdient eine Frau im Durchschnitt 94 Cent, während ein Mann für dieselbe Arbeit einen Euro erhält. Es wird davon ausgegangen, dass die Parität bis 2027 erreicht wird, wir sollten diese Entwicklung aktiv unterstützen.

Ein weiteres Problem sind die Geschlechterstereotypen bei der Arbeit: Männer sind im sozialpädagogischen Bereich unterrepräsentiert, während Frauen im Finanzsektor eher selten sind.

Um diese Trends zu korrigieren, müssen wir noch mehr informieren und das Bewusstsein der Bürger schärfen.

Schon im frühen Alter, in den Bildungsstrukturen und in den Betreuungseinrichtungen, aber auch in der Berufswelt sollte dieses Thema angesprochen werden. Ich weiß, dass wir in Luxemburg einen hohen Standard haben, aber es gibt immer Raum für Verbesserungen, um die Lebensqualität für alle Bürger zu erhöhen.

Die Umsetzung all dieser Beschlüsse erfordert eine gemeinsame Anstrengung, Informationen, Bewusstsein und den Willen zum Handeln.

Julie Brückler, 25, ist stellvertretende Vorsitzende der JDL im Zentrum und Vorsitzende des Arbeitskreises ‚Chancengleichheit‘. Sie lebt in Bertrange, beendet gerade ihr Masterstudium (Management und Marketing) und ist seit 2018 Mitglied der JDL und der DP.

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