Carole Hartmann

Für eine Zusammenarbeit zwischen den „Zusatzstandorten“ und den Krankenhäusern

Liebe Zuhörerinnen,

Liebe Zuhörer,

In den letzten Wochen wurde viel über das neue IRM in Potaschberg (Grevenmacher) gesprochen. Als Reaktion darauf wurde nun ein Gesetzentwurf vorgelegt, der den Einsatz von aufwändigem medizinischen Material und die Schaffung von acht zusätzlichen Standorten außerhalb von Krankenhäusern vorsieht.

Das ist in erster Linie eine gute Nachricht für die Patienten und vor allem für diejenigen, die auf eine breit aufgestellte Gesundheitsversorgung angewiesen sind.

Ebenso wichtig ist aber auch, dass wir neue Ärzte nach Luxemburg holen, um dem akuten Fachkräftemangel in der Medizin in den kommenden Jahren entgegenzuwirken.

Als DP unterstützen wir daher ein Modell, bei dem Ärzte und andere Gesundheitsberufe in Zukunft weitere Einrichtungen frei eröffnen können.

Ein erster Schritt ist, dass sich Ärzte – aufgrund eines weiteren Gesetzesprojekts – in Gemeinschaftspraxen unternehmerisch organisieren können, wie dies bereits bei Anwälten möglich ist.

So könnten unteranderem auch Ärzten und Mitarbeitern von einer Gemeinschaftspraxis beschäftigt, eine bessere Organisation der Arbeit in den Großpraxen erreicht und vor allem Rechtssicherheit geschaffen werden. Dieses Modell trägt so auch zu einer besseren Work-Life-Balance bei und ermöglicht dem Arzt eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Luxemburg braucht generell ein moderneres Gesundheitswesen, das neben den Krankenhäusern auch Einrichtungen außerhalb der Krankenhäuser zulässt. Dies käme insbesondere den Patienten aus ländlichen Gebieten, etwa im Norden oder Osten des Landes, zugute.

Die geplante Reform richtet sich wohlverstanden nicht gegen die Kliniken, die sich auf ihre Kernaufgabe konzentrieren sollen. Es geht nicht um einen Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern und den geplanten Zusatzstandorten; es geht um eine Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern und niedergelassenen Großpraxen.

Warum befürwortet die DP zusätzliche dezentrale Einrichtungen? Weil man heutzutage nicht mehr mit jedem medizinischen Problem ins Krankenhaus muss. Weil der Patient eine nahe und schnelle medizinische Versorgung wünscht. Und weil Ärzte bereit sind, sich auch außerhalb von Krankenhäusern niederzulassen. Um dem gerecht zu werden, sollten hier in Luxemburg kleine, über das ganze Land verteilte, Einrichtungen für eine ambulante Versorgung aufgebaut werden.

Das Ausland ist da schon breiter aufgestellt, und das müssen wir auch in Luxemburg erreichen. Wir müssen dem medizinischen Fortschritt Rechnung tragen und lernen, in der Gesundheitsversorgung dezentraler zu denken.

Es muss aber garantiert sein, dass die Ärzte in das Management der neuen Standorte eingebunden werden.

Die DP steht für das Prinzip der freien Medizin und bleibt diesem verpflichtet. Die Freiheit des Arztes muss respektiert werden. Genauso wie es in unserer Verfassung steht.

Eine Reform, bei der die Krankenhäuser am Ende allein die Hauptlast der Gesundheitsversorgung tragen, macht keinen Sinn.

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