André Bauler

KEP 1.0 – Kultur als Dialog und Invest

3 Fragen an André Bauler

Ende April gab es in der Abgeordnetenkammer eine große Orientierungsdebatte über den Kulturentwicklungsplan1.0. Ein Plan, der die Arbeit im parlamentarischen Kulturausschuss schon einigen Jahren beschäftigt, und der heute – mitten in der Covid-Krise – eine ganz andere Bedeutung hat wie 2018.

André, Du als DP-Sprecher im Bereich Kultur, hast lange an dieser Debatte mitgearbeitet. Kannst du uns kurz erklären, um was es bei dem sogenannten K.E.P.1.0 geht?

Der KEP ist ein Plan mit Empfehlungen, um das kulturelle Angebot in Luxemburg weiter zu entwickeln und voranzubringen. Es ist wichtig zu betonen, dass es kein politisches Dokument ist. Kultur ist etwas Lebendiges und die Politik soll das kulturelle Leben fördern, unterstützen und begleiten, ohne sich in die Kreativität der Kulturschaffenden einzumischen. Es geht darum, dass die Kultur einen entsprechenden politischen Rahmen erhält, um sich entwickeln zu können. Dies bedeutet, dass man die Kulturschaffenden darin unterstützt sichtbarer und bekannter zu werden, um finanziell besser bestehen zu können. Es geht außerdem darum junge Leute für Kultur empfänglicher zu machen.

Nun wurde der Kulturbereich von der Pandemie besonders hart getroffen. hat sich die Kommission auch mit diesem Problem befasst?

Gerade im Rahmen der Pandemie muss man sich mit dem Status des Künstlers befassen und auf eine weitere Professionalisierung der Kulturszene setzen. Die Reform des Künstlerbegriffs kommt sogar schneller voran, wie ursprünglich geplant. Der COVID-19-Pandemie hat uns den Menschen hinter dem Künstler vor Augen geführt. Ob dies der Vollzeitkünstler ist oder Vermittler beziehungsweise Veranstalter ist, ändert nichts an der Sache: Die Politik muss den Kulturschaffenden so helfen, dass sie von ihrer Kunst leben können.

Wir sprechen hier also von einer Investition im besten Sinne des Wortes?

Wer in Kultur investiert, investiert in den Menschen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Man investiert in die kulturelle Bildung und die Stärkung des Standortes Luxemburg in seiner ganzen kulturellen Vielfältigkeit. Kultur ist kein ‚nice to have‘, sondern eine Notwendigkeit für die Entwicklung einer offenen Gesellschaft auf innovative Art und Weise ,ohne unser eigenes einzigartiges kulturelles Erbe zu vergessen.

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