Eine zeitgemäße Schule fördert und fordert

Jedes Kind soll in der Schule die Möglichkeit bekommen, seine Talente zu entdecken und seiner Zukunft mit Zuversicht entgegenzublicken. Das ist der Leitgedanke der Politik, die Bildungsminister Claude Meisch seit Jahren verfolgt. Die an diesem Donnerstag vorgestellten Prioritäten für das Schuljahr 2026/2027 bauen darauf auf: eine Schule, die der Vielfalt der Kinder gerecht wird, sie gezielt unterstützt und ihnen ein starkes Fundament fürs Leben vermittelt.

Die jüngsten PISA-Ergebnisse zeigen, dass wir beim Lesen, in der Mathematik und in den Naturwissenschaften weitere Anstrengungen brauchen. Mit einer durchdachten Bildungspolitik übernimmt die Schule dabei Verantwortung: durch angepasste Lernwege, gutes Unterrichtsmaterial und mehr Unterstützung im Alltag. Zugleich ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Kinder in einer sich wandelnden Welt gut zu begleiten. Schulen, Eltern, Betreuungseinrichtungen und Vereine tragen gemeinsam dazu bei.

Mehr sprachliche Bildungswege für mehr Chancen

Sprachliche Vielfalt gehört zu Luxemburg. Deshalb wird das Bildungsangebot seit Jahren breiter aufgestellt, unter anderem durch die öffentlichen Europaschulen. Ab diesem Schuljahr können Eltern von Kindern im Zyklus 1.2, begleitet von der Lehrkraft, zusätzlich wählen, ob ihr Kind im Zyklus 2 auf Deutsch oder Französisch lesen, schreiben und rechnen lernt. Die Kinder bleiben dabei gemeinsam in einer Klasse, und Luxemburgisch bleibt ihre gemeinsame Sprache.

An den Sekundarschulen wird das Angebot an französischsprachigen Klassen ausgebaut. Ab 2027/2028 sind im klassischen Sekundarunterricht auch deutschsprachige Sektionen als Pilotprojekt vorgesehen. Die Lehrpläne und Anforderungen bleiben gleich. Die Unterrichtssprache soll den Schülerinnen und Schülern den Zugang zum Lernen erleichtern. Darüber hinaus soll ein nationaler Aktionsplan die Lesekompetenz und die Freude am Lesen dauerhaft fördern, in der Schule und darüber hinaus.

Auch ein bewusster Umgang mit digitalen Medien und mehr Zeit für Bewegung, Kreativität und Freunde werden immer wichtiger. Aufbauend auf den Smartphone-Regeln von 2025 schlägt der Minister ein generelles Smartphoneverbot in den unteren Klassen der Sekundarschulen vor. Dieser Vorschlag wird mit den Schulpartnern diskutiert. Gleichzeitig erhalten die 5e-Klassen eine dritte Sportstunde pro Woche. Das Programm Creative Lab ermöglicht zusätzliche kulturelle und kreative Aktivitäten.

Unterstützung, die bei den Kindern ankommt

Der neue Lehrplan für die Grundschule ist das Ergebnis einer umfassenden Vorbereitung: Rund 1.200 Beteiligte aus dem Bildungswesen und der Gesellschaft haben daran mitgewirkt. Er wird in diesem Schuljahr in den Zyklen 1 und 2 eingeführt. Die Zyklen 3 und 4 folgen im nächsten Jahr. Themen wie Medien, Gesundheit und demokratisches Zusammenleben verbinden die bestehenden Fächer miteinander. Die Fächer, Stundentafeln und Bewertungsgrundsätze bleiben erhalten.

Für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf werden die spezialisierten Teams verstärkt und die Angebote der Kompetenzzentren näher zu den Familien gebracht. Rund 270 zusätzliche Stellen wurden 2026 im Bereich der schulischen Inklusion geschaffen. Das hilft den betroffenen Kindern und stärkt die Lehrkräfte in ihrer täglichen Arbeit.

Die schrittweise Verlängerung der Schulpflicht auf 18 Jahre geht mit einer individuelleren Begleitung einher. Zusätzliche Angebote helfen Jugendlichen, die von einem Schulabbruch bedroht sind oder noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, eine Perspektive zu entwickeln.

Für die DP gehören diese Schritte zusammen: Kinder in ihrer Entwicklung stärken, die Fachkräfte vor Ort unterstützen und jedem jungen Menschen eine echte Chance auf eine gute Zukunft geben.

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