Carole Hartmann

Carole, die Mitte der Legislaturperiode und damit auch die Hälfte deiner ersten Wahlperiode als Abgeordnete ist erreicht. Wie war diese Zeit bisher für dich?

CH: Am Anfang war natürlich alles neu und aufregend. Ich war froh, dass ich mich auf meine Kollegen aus der DP-Fraktion verlassen konnte. Sie waren sehr hilfsbereit, so dass ich schnell vieles über die Gebräuche am ‚Krautmarkt‘ erfuhr. Ich konnte mich also schnell einarbeiten. Es ist für mich eine große Ehre, im Parlament sein zu dürfen. Ich möchte diese Zeit auch effektiv nutzen, um mich für die Bürger zu engagieren.

Wo liegen deine politischen Prioritäten in der Abgeordneten-Kammer?

CH: Ich setze auf flexible Arbeitsmodelle, die in unsere Zeit passen. Ein zu rigider Rahmen steht nicht mehr für die Realität, die viele Menschen heute Tag für Tag erleben. Wir brauchen daher Lösungen, die die neuen Bedürfnisse berücksichtigen. Dazu gehören natürlich die Förderung der Telearbeit sowie flexiblere Arbeits- und Öffnungszeiten oder die Einführung einer Jahresarbeitszeit. Dies wäre eine Win-Win-Situation sowohl für Mitarbeiter als auch für die Unternehmen. Als Anwältin liegt mir natürlich auch die Justiz am Herzen. Ich möchte, dass unsere Gerichtsverfahren entstaubt und vereinfacht werden, und so auch der Zugang zur Justiz leichter wird.

Seit Beginn der Covid-Krise machst du dich stark für Arbeitnehmer und deren Unternehmen.

CH: Wir müssen unbedingt verhindern, dass Menschen aufgrund der Pandemie ihren Arbeitsplatz verlieren. Dies gilt sowohl für Angestellte als auch für Selbstständige. Mit der ‚Kurzarbeit‘ verfügt die Regierung über ein gutes Instrument zur Sicherung von Tausenden von Arbeitsplätzen. Allerdings können Selbstständige nicht darauf zurückgreifen. Wir brauchen eine breitere Diskussion darüber, wie auch die Selbstständigen in irgendeiner Form von ‚Kurzarbeitergeld‘ oder Ersatzeinkommen profitieren können, um sich in Krisenzeiten über Wasser halten zu können.

„Ich setze auf flexiblere Arbeitsmodelle, die in unsere Zeit passen!“

Du bist auch Stadträtin in Echternach. Wo drückt der Schuh in der Abteistadt?

CH: Echternach ist in vielerlei Hinsicht attraktiv. Um auch in Zukunft als Geschäfts- und Touristenstadt bestehen zu können, bemühe ich mich um eine bessere Erreichbarkeit und Mobilität: Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, Bus oder Auto. Viele meiner Vorschläge werden – auch aus der Opposition heraus – angenommen, wie die Reparatur unserer Straßen und Bürgersteige: Insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Dann erweiterte Park- und Fahrradstellplätze rund um den Marktplatz, die Beibehaltung von Busparkplätzen in der Innenstadt, ein Parkhaus am alten Bahnhof und eine bessere Kommunikation in Sachen Baustellen. Bei der Umsetzung scheint es mir jedoch an Prioritäten und der notwendigen Koordination zu fehlen.

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