Spotlight: Michael Agostini

Im Spotlight der dritten Ausgabe des DP-Magazins steht der Präsident der „Jonk Demokraten“, Michael Agostini.

Wir haben uns mit dem 31-jährigen Bauingenieur über die JDL, seine neue Heimat in Esch und seine politischen Prioritäten unterhalten.

Michael, du bist seit 2019 an der Spitze der JDL. Welche Prioritäten hast du dir als Präsident gesetzt und wie sieht deine Zwischenbilanz aus?

MA: Zunächst einmal bin ich froh, dass ich auf ein dynamisches Team zählen kann. Die JDL hat sich im letzten Jahr breiter aufgestellt und viele junge Mitglieder gewonnen. Das ist in Covid-Zeiten nicht selbstverständlich. Wir haben mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet, in denen wir uns mit vier Hauptthemen befassen. Dazu gehören Digitalisierung, Umwelt- und Klimaschutz, Chancengleichheit und Gesundheitsversorgung. Die Arbeit kommt gut voran. Es stimmt mich optimistisch, eine Liste der Forderungen für das Superwahljahr 2023 erstellen zu können.

„Die JDL will die Chancen der Digitalisierung nutzen“

Michael Agostini

Die JDL fordert beispielsweise ein Recht auf Telearbeit?

MA: Genau, die Corona-Krise und insbesondere der Lockdown sollten auch den Letzten überzeugt haben, dass Telearbeit viele Vorteile hat. Die JDL engagiert sich seit vielen Jahren für die konsequente Förderung des Home Office, da die Vorteile auf der Hand liegen: Sie bietet den Mitarbeitern mehr Flexibilität, um Familie und Arbeit unter einem Hut zu bekommen, der Verkehr auf unseren Hauptverkehrsachsen nimmt ab und es gibt auf lange Sicht auch weniger Büros in der Stadt. Dies könnte auch dem Dorfleben in unseren Gemeinden zugute kommen, da wieder mehr Menschen zu Hause wären.

Die JDL hat sich kürzlich auch für E-Voting ausgesprochen.

MA: Ja, wir greifen hier die permanente Digitalisierung unserer Gesellschaft auf. E-Voting würde Wahlen erheblich vereinfachen. Der Weg zum Wahllokal würde nicht nur verschwinden, sondern die digitale Abstimmung würde auch vielen Bürgern im Ausland das Leben erleichtern. Die elektronische Abstimmung würde auch dazu beitragen, die Zahl ungültiger Stimmzettel erheblich zu senken. E-Voting sollte eine zusätzliche Möglichkeit sein, seine Stimme abgeben zu können. Natürlich sollten der klassische Stimmzettel und die Briefwahl nicht abgeschafft werden. Da wir uns jedoch bewusst sind, dass dies ein sensibles Thema ist, sollten wir nichts überstürzen. Daher fordert die JDL die Einführung eines E-Voting erst für die übernächsten Parlamentswahlen im Jahr 2028. Es bliebe also genügend Zeit, um ein zuverlässiges System einzurichten.

Du bist auch Mitglied der Escher DP-Sektion. Wo drückt der Schuh in Esch?

MA: Als ich vor vier Jahren nach Esch zog, war mir klar, dass ich mich vor Ort engagieren würde. Die DP hat es geschafft, bei den letzten Kommunalwahlen ein großartiges Ergebnis zu erzielen. Mit Pim Knaff und Daliah Scholl haben wir engagierte und dynamische Vertreter im Schöffen- und Gemeinderat. Eine der Prioritäten wird sicherlich die Wiederbelebung der Alzette-Straße und die Verbindung von Esch mit der Stadt Luxemburg sein. Die angekündigte Straßenbahn zwischen den beiden größten Städten, aber auch neue Stadtteilen auf den Industriebrachen wie Esch-Schifflingen oder „Route Lëns“ werden Esch wieder zur dynamischen Minette-Metropole mit einer hohen Lebensqualität machen.

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