Umweltschutz: Weniger Konfrontation und mehr Kooperation

Liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer,

Eine Umwelt- und Klimapolitik, die die Menschen begeistert und nicht verärgert, das war einer der bemerkenswerten Sätze von Premierminister Luc Frieden letzte Woche zum Koalitionsvertrag. In diesem Zusammenhang fiel häufig der Begriff Verhältnismäßigkeit.

Doch was bedeutet das im Hinblick auf die Naturschutz- und Klimapolitik in Luxemburg?

Viele Menschen im ganzen Land haben in den letzten Jahren eher weniger gute Erfahrungen mit hochkomplizierten Genehmigungsverfahren gemacht. Daher stellt sich die Frage, ob das geltende Naturschutzgesetz und seine Anwendung wirklich das schafft, was uns am Herzen liegen sollte: Unsere Natur wirksam zu schützen, die Akzeptanz der Menschen für einen starken Umweltschutz zu stärken, ohne den Fortschritt und andere wichtige Bereiche gefühlt unendlich zu blockieren.

Ob Kommunen, Unternehmen, Landwirte oder Privatpersonen, das Thema ist äußerst ernst. Leider hat man zuletzt jedoch immer mehr den Eindruck, man sei als Antragsteller einer Naturschutzgenehmigung eher in der Sendung „Verstehen sie Spaß“ angekommen.

Präventionspolitik, Entscheidungen ohne Rechtsgrundlage, ewig lange Verzögerungen oder gar keine Antworten – es war dramatisch. Das sind Tatsachen, die sicherlich niemanden begeistern. Allein die Tatsache, dass das Verwaltungsgericht oft einschreiten musste, weil die Auslegung des Naturschutzgesetzes weit über das Ziel hinausging, sagt viel aus.

Die Erwartungen an einen Paradigmenwechsel sind daher hoch. Die Klimakrise und der Verlust der Artenvielfalt müssen für Politik und Zivilgesellschaft in Zukunft Priorität haben.

Aber wir müssen auch für ein Gleichgewicht sorgen. Ein Gleichgewicht zwischen der Entwicklung unseres Landes, der Lebensqualität und dem Schutz der Natur. Und dabei immer auf eine gewisse Verhältnismäßigkeit achten.

Deshalb müssen wir alle für einen modernen Naturschutz sorgen, der nicht mit Feindbildern arbeitet und sich nicht in unwichtigen Details verliert, sondern der die Menschen mitnimmt und die großen Ziele des Naturschutzes in den Mittelpunkt stellt.

Welche Form das Fenster eines Hauses in der Grünzone hat – nur ein Beispiel – hat nichts mit Naturschutz zu tun, reicht aber dafür aus, dass eine Genehmigung verweigert wird.

Für einen wirksamen Naturschutz müssen wir zusammenarbeiten; Verwaltungen, Bürger, Unternehmen und Landwirtschaft. Nur so können wir etwas erreichen.

Liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer,

Nachhaltigkeit hat mehr als nur eine Facette; und zwar eine ökonomische, eine ökologische und eine soziale, die alle im Verhältnis zueinander funktionieren müssen.

Wenn wir dieses Verhältnis wieder hinbekommen, dann ist das für alle Seiten gut; ganz besonders für ein harmonisches Zusammenleben.

Umweltschutz in Luxemburg braucht weniger Konfrontation und mehr Kooperation. Es liegt in unseren Händen!

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