Carole Hartmann

Unsere Umwelt hat einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit – in vielerlei Hinsicht. Das hat uns die Covid-Pandemie sehr deutlich gemacht. Deshalb will die DP den Stellenwert der Umweltmedizin im Besonderen und der Gesundheitspolitik im Allgemeinen steigern.

In Zukunft müssen wir nicht nur stärker auf Zoonosen –Erkrankungen, die die Arten übergreifen – achtgeben, auch andere Faktoren sind für unsere Gesundheit wichtiger, als wir uns bewusst sind. Schlechte Luft-, Wasser- oder Bodenqualität, zu viel Licht, Lärm oder Pflanzenschutzmittel können sich negativ auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken. Das wird aber häufig nicht als Ursache für gesundheitliche Probleme erkannt.

An dieser Stelle setzt die Umweltmedizin an. Eine ‚Causal‘-Medizin, die die Ursache von Gesundheitsproblemen untersucht und nicht nur die Symptome behandelt. Bei der Diagnose werden genetische Faktoren und das Umfeld berücksichtigt. Damit Patienten in den Nutzen der Umweltmedizin kommen können, ist es aber notwendig, dass die Begrifflichkeit geklärt wird, damit Analysen und Behandlung, etwa eine Entgiftung, von der Krankenkasse erstattet werden. Die Ausgabe von Pillen – aus purer Gewohnheit – reicht nicht mehr. Man muss lernen die Zusammenhänge zu erkennen, die Ursache der Symptome direkt anzugehen und den Begriff ‚Vorbeugung‘ in einem weiteren Rahmen zu denken.

Sensibilisierung spielt in diesem Kontext natürlich eine wichtige Rolle, weil viele Leute sich unter Umweltmedizin immer noch nichts vorstellen können. Das gilt sowohl für die Bevölkerung als auch für das medizinische Personal. Daher müssen Ärzte, Pfleger und anderes medizinisches Personal besser vorbereitet und ausgebildet werden. Nur dann können wir alle vom Potenzial der Umweltmedizin profitieren.

Carole Hartmann, Abgeordnete

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